Ein Bericht, der Anfang 2006 von pensionierten Militär- und Nachrichtendienstbeamten verfasst und heute vom Washington Post-Korrespondenten Walter Pincus an die Öffentlichkeit gebracht wurde, beschreibt den (jetzt operationellen) Plan, sich mit den sunnitischen Stämmen der Provinz Anbar, die Teil des Aufstandes gegen die Besatzung waren, zu verbünden. Schon damals warnte der Bericht, jedes Bündnis mit diesen Stämmen wäre im besten Falle opportunistisch gegen Al-Qaida gerichtet, dies dürfe jedoch „nicht als Unterstützung oder selbst Akzeptanz der Aktivitäten der Koalition" gewertet werden. Pincus bemerkt, daß die US-Nachrichtendienste diese Realität in der vergangenen Woche bestätigt haben.
Laut Pincus forderte der Bericht dazu auf, die Rhetorik von „Freiheit und Demokratie" zu unterlassen und den Stammeshäuptlingen den nötigen „Respekt" zu zeigen. Damit war Respekt für ihre traditionell privilegierte Stellung in der irakischen Gesellschaft gemeint. Der Bericht sage weiter, die Stammesoberhäupter seien „in großer Furcht vor einer schiitischen Regierung, von der sie annehmen, sie würde wenig mehr als eine Marionettenregierung der schiitischen Extremisten im Iran sein."
Pincus nimmt keinen Bezug auf die von Cheney und den Saudis geplante sunnitische Allianz für den Krieg gegen den Iran.