Bericht des European Council on Foreign Relations: mehr Europäer nach Afghanistan

27.02.2008
Bericht des European Council on Foreign Relations: mehr Europäer nach Afghanistan admin 27.02.2008

Die Veröffentlichung eines Berichts des European Council on Foreign Relations (Europäischer Rat für auswärtige Beziehungen) vom Januar 2008 mit dem Titel "Afghanistan, Europas vergessener Krieg" ist ein Anzeichen dafür, wie Frankreich und Deutschland immer tiefer in Blairs imperiale Geopolitik hineingezogen werden. Der von Daniel Korski verfasste Bericht wurde vom in London ansässigen European Council on Foreign Relations (ECFR) veröffentlicht, der von Tony Blairs 25 Jahre altem "Wunderknaben" Mark Leonard geleitet wird.

Leonard schrieb gemeinsam mit Blairs Berater Robert Cooper an der imperialistischen Doktrin "Ein neues Europäisches Jahrhundert". Korski argumentiert in dem Bericht des ECFR, daß das Scheitern der Regierungen der EU, sich auf eine gemeinsame Afghanistan-Strategie zu einigen, den Einfluß auf den, von den USA geführten, Stabilisierungsplan eingeschränkt habe: "Die Staaten der EU haben die gemeinsamen Anstrengungen in Afghanistan wie eine Mitbringparty organisiert, bei der jeder Gast freiwillig sein eigenes Essen mitbringt", schreibt Korski. Der Bericht empfiehlt sodann, daß die derzeitige Militärstrategie der Koalition durch eine "verständliche politische Strategie" ersetzt werden solle.

Der Kern dieser Strategie sei die Notwendigkeit eines "großzügigen Angebots": "Die EU sollte mehr Truppen nach Afghanistan schicken", Beschränkungen (die sog. "Vorbehalte") abschaffen, und das Zurückfahren der Entwicklungshilfe rückgängig machen. Im Gegenzug solle die USA eine Verlagerung der militärisch orientierten Strategie zugunsten einer Strategie der allgemeinen politischen Einwirkung und des Schutzes der Zivilbevölkerung im Land akzeptieren.

Die EU solle ebenfalls ihre gescheiterte Anti-Drogen-Politik aufgeben, und die Drogenbarone verfolgen anstatt die Opiumfelder zu besprühen. Die internationale Koalition solle mit den Taliban verhandeln, moderate Aufständische in den Prozeß einbinden, und Präsident Karzai dabei helfen, ein politisches Einvernehmen zu erreichen. Auf dieses "großzügige Angebot" solle man sich beim NATO-Gipfeltreffen in Bukarest einigen.

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