Berlusconi attackiert britischen Konfrontationskurs

04.09.2008
Berlusconi attackiert britischen Konfrontationskurs admin 04.09.2008

Der italienische Premierminister Silvio Berlusconi erläuterte
vor Journalisten seine Haltung beim jüngsten EU-Gipfel: "Die Situation hätte der Zünder für eine sehr ernste Krise sein können", sagte er laut La Repubblica. Insbesondere sei es die Position Großbritanniens – zusammen mit den Osteuropäischen Staaten – gewesen, die die EU auf einen Konfrontationskurs mit Rußland hätte bringen können. "Aber selbst Gordon Brown forderte weder die Suspendierung (der Zusammenarbeit) noch Sanktionen."

Er, Berlusconi, sei nicht der Meinung, daß die Russen auf den georgischen Angriff auf Südossetien "übertrieben reagiert" hätten, habe aber nicht verhindern können, daß diese Charakterisierung dann so im EU-Kommunique erschienen sei. "Ich fragte, sagt mir doch was ‚angemessen‘ wäre. Keiner war in der Lage mir eine Antwort zu geben. Es ist immer schwer eine Reaktion als ‚unangemessen‘ zu beurteilen… Die Russen reagierten auf die Ermordung von 80 Soldaten und 200 Zivilisten." Berlusconi zeigte sich überzeugt, daß die Russen alle Truppen zurückziehen wollten, wobei es sich sowieso um weniger als 400 Soldaten handle, verteilt an verschiedenen Kontrollpunkten, um die Sicherheit Ossetiens zu gewährleisten.

Jetzt, da die Situation entschärft sei, sollten wir uns selbst fragen, warum Rußland manche NATO- oder EU-Initiativen als feindlich
einstuften. Georgiens Mitgliedschaft in der NATO zum Beispiel: "Wir müssen die Empfindlichkeit von Moskau und der russischen öffentlichen Meinung beachten, denn sie sehen die NATO als gegen Rußland gerichtet an." Berlusconi zeigte
auch Verständnis für die Forderungen nach Unabhängigkeit von Ossetien und Abchasien.

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