Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair befahl während seiner Amtszeit Ende 2006 dem Justitzminister Großbritanniens in deutlichen Worten, die Untersuchungen des Korruptionsamts bezüglich der in die Milliarden gehende Schmiergeldzahlungen des britischen Rüstungsgiganten BAE an saudische Regierungsbeamte einzustellen. Letzte Woche wurden in Zusammenhang mit einem laufenden britischen Gerichtsverfahren neue Dokumente veröffentlicht, die dies belegen.
Die Kläger sind zwei Antikorrruptionsverbände. Die Dokumente sollen über eine Reihe von privaten Treffen und Korrespondenzen zwischen Premierminister Blair und Justizminister Lord Goldsmith berichten, in denen Blair den Justitzminister unter Druck gesetzt habe, die Korruptionsuntersuchungen in Verbindung mit BAE einzustellen, da Großbritannien unter enormen Druck von Seiten Saudi-Arabiens gewesen sein soll. Blair soll behauptet haben, BAE werde sonst eine in der Schwebe sich befindene Ausweitung des Waffen-für-Öl-Abkommens mit den Saudis verlieren und Saudi Arabien zudem alle nachrichtendienstliche Zusammenarbeit in Bezug auf die Aktivitäten von Al Quaeda einstellen.
Nach den Dokumenten zu urteilen, die am 21. Dezember vom Londoner Guardian veröffentlicht wurden, gab Goldsmith den Forderungen von Blair nach, kurz bevor britische Korruptionsbeamte in die Schweiz aufbrechen konnten, um die Bankdaten des saudischen Mittelmannes Wafic Said einzusehen.
EIR untersucht nun die neu veröffentlichten Dokumente. Bisher ist die Nachrichtenagentur EIR die einzige, die vollkommen aufgedeckt hat, wie ein 100 Milliarden Dollar schwerer Schmiergeldfond durch das sog. „Al-Yamamah“-Abkommen zwischen Saudi-Arabien und Großbritannien geschaffen wurde, um weltweit verdeckte Operationen zu finanzieren, die von Großbritannien, Saudi-Arabien und den USA angeregt werden. Dieser inoffizielle Fonds wurde durch den Verkauf saudischen Rohöls auf dem Spot-Markt im Wert von geschätzten 160 Milliarden Dollar geschaffen, das als Gegenleistung für eine Waffenlieferung und damit verbundene Dienstleistungen von BAE an Saudi-Arabien in Höhe von 40 Mrd. $ geliefert wurde. Damit einher gingen Schmiergeldzahlungen an saudische Prinzen und andere an dem „Al-Yamamah“-Abkommen Beteiligten. Das US-Justizministerium untersucht zur Zeit Zahlungen von schätzungsweise 2 Mrd. $ an den ehemaligen saudischen Botschafter in den USA, Prinz Bandar bin-Sultan, der der ursprüngliche Verhandlungspartner von „Al-Yamamah“ mit dem damaligen britischen Premierminister Margaret Thatcher gewesen sein soll.
Die neuen Enthüllungen könnten sehr wohl Blairs Pläne zunichte machen, sich als als internationaler Diplomat und Menschenfreund neu zu erfinden. US-nachrichtendienstliche Quellen haben berichten, Blair sei dabei, eine Reihe religiöser und gemeinnütziger Vereinigungen ins Leben zu rufen; er konvertierte erst kürzlich zum Katholizismus, um einige der selben internationalen Geheimoperationen verdecken zu können, die zuvor durch den „Al-Yamamah“-Schmiergeldfond bedient werden konnten. Blair ist nicht nur der neue „Friedensgesandte“ des Quartets für den mittleren Osten. Er wird auch umworben, als neuer „Superpräsident“ einer umgemodelten Europäischen Union vorzustehen.