Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet sagte am 21. Januar im Europäischen Parlament, die Rolle des Financial Stability Forums (FSF) gegenüber den Regierungen sollte gestärkt werden. Das FSF sei „wirklich in der Lage, den richtigen Weg zu finden“, da dort „all die Autoritäten und Institutionen, welche wirklichen Einfluss auf die Märkte haben“ versammelt seien. Es habe „Unabhängigkeit von der Politik“ gezeigt.
Mitglieder des FSF sind wichtige Zentralbankchefs und Vertreter von Finanzaufsichtsbehörden. Angesiedelt ist es in Basel bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Zentralbank der Zentralbanken. Der italienische Zentralbankchef Mario Draghi sitzt dem 1999 auf britische Initiative gegründeten Finanz-Stabilitäts-Forum (FSF) vor. Mario Draghi ist seit 1993 in Italien auch als „Mr. Britannia" bekannt, als die Nachrichtenagentur EIRNA enthüllte, daß er am 2. Juni 1992 bei einem Treffen auf der königlich-britischen Jacht „Britannia" anwesend war, bei dem die Attacke auf die Lira und zukünftige Privatisierungen beschlossen wurden.
Nach der erzwungenen Abwertung der Lira war es dann leicht, wichtige Staatsbetriebe zu Schleuderpreisen aufzukaufen. Damals war Draghi Generaldirektor des Finanzministeriums also Teil des Regierungsapparats. Unter der Regierung Ciampi wurde er Chef der Privatisierungskommission und beaufsichtigte nicht nur alle Privatisierungen sondern schrieb auch das neue Bankengesetz, das alle Schutzwälle zwischen den Geschäfts-, Investmentbanken und Versicherungen niederriß. Er zeichnete auch für die Liberalisierung der Börsen verantwortlich, so daß feindliche Übernahmen möglich wurden. 2002 wechselte er als Europäischer Direktor zu Goldman Sachs und wurde im Dezember 2005 zum Zentralbankchef Italiens ernannt.
Es sollen also die Institutionen und Autoritäten, die für diese Krise verantwortlich sind und sie über Jahrzehnte durch ihre Inkompetenz (oder schlimmer) herbeigeführt haben, nun die Lösung finden? Und dies natürlich ohne den Einfluss der Politik, diese könnte ja die Interessen der Bevölkerung vertreten und außerdem unangenehme Fragen stellen.
Die Rede des EZB-Präsidenten hat wieder einmal gezeigt, warum der Vertrag von Lissabon und alle EU-Verträge seit Maastricht, genauso wie der ganze finanzielle Giftmüll entsorgt werden sollten.