„Brennstoffarmut“ und andere Folgen der beginnenden Hyperinflation

04.01.2008
„Brennstoffarmut“ und andere Folgen der beginnenden Hyperinflation admin 04.01.2008

Ein frohes neues Jahr 2008? Täglich gibt es neue Nachrichten aus verschiedenen europäischen Ländern über die unmittelbaren und mittelfristigen Auswirkungen der drastischen Preissteigerungen wichtiger Güter des Privatverbrauchs. In England werden, so berichtete heute morgen beispielweise die große Tageszeitung "Daily Mail", die bisher angekündigten Preiserhöhungen für Gas und Strom von mindestens 15 % den durchschnittlichen Haushalt mit 130 oder mehr Pfund Sterling diesen Winter zusätzlich belasten. Am Nachmittag hieß es in englischen Medien dann, man müsse sich sogar auf bis zu 27 % höhere Verbrauchspreise einstellen. Aber etwa 400 000 englische Verbraucher haben einfach nicht das Geld, um sich zu diesen Preisen Gas und Strom leisten zu können. Deshalb redet man bereits von "Brennnstoffarmut."

In einigen Regionen Deutschlands (im Süden und Osten) wurden Preissteigerungen für Gas bis zu 30 oder 40 % angekündigt; überdies fallen ab Jahresbeginn 8-10 % höhere Strompreise an. Die Belastung für die Haushalte wird um einige hundert Euro zunehmen, und zusammen mit der Inflation bei Lebensmitteln und Benzin bedeutet das für so manchen Haushalt den Verlust eines ganzen Monatslohns. In Frankreich redet man vom "3. Ölpreisschock" , was vor allem für diejenigen Haushalte zutrifft, die mit Öl heizen. Die Preise liegen jetzt schon um 20% höher als im vergangenen Winter. Weil das etwa ein Fünftel aller französischen Haushalte betrifft, sah sich die Regierung im Dezember gezwungen, ihre Zuschüsse für Heizölkäufe auf 150 Euro pro Haushalt zu verdoppeln. In Anspruch nehmen können das nur diejenigen Haushalte, deren Einkommen zu niedrig ist, um Steuern zu zahlen – immerhin 700 000 im ganzen Land. Auch in der Schweiz sind die Heizölpreise drastisch angestiegen – um 35 % gegenüber dem vergangenen Winter. Das ist einer der Hauptgründe dafür, daß die Gesamtpreisinflation den höchsten Stand seit 12 Jahren erreicht hat.

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