Auf dem BRICS-Gipfel am 12. September unterzeichneten sowohl der Iran als auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die gemeinsame Erklärung, die zur Zurückhaltung im Nahostkonflikt aufruft. Für die beiden Länder, die im Krieg auf gegnerischen Seiten stehen, ist dies ein wichtiges Zeichen diplomatischen Fortschritts.
Reuters zitiert aus der BRICS-Erklärung: „Wir bringen unsere tiefe Besorgnis über die anhaltende Eskalation der Spannungen im Nahen Osten/in Westasien zum Ausdruck … und rufen dazu auf, äußerste Zurückhaltung zu üben sowie Maßnahmen zu vermeiden, die die Lage weiter verschärfen könnten.“ Die Staaten fordern Schutz der Zivilbevölkerung, Achtung der Souveränität und territorialen Integrität von Staaten sowie Sicherheit von globalem Handel, Lieferketten, Energieflüssen und Seefahrt.
„Der Schlüssel zur Beendigung des Krieges liegt bei den USA und Israel“, sagte Sunjay Sudhir, ehemaliger indischer Botschafter in den VAE, gegenüber Reuters. „Indien hat dafür gesorgt, dass die schwierigen Gespräche weitergehen, indem es gezeigt hat, dass Länder der Region an einem Tisch sitzen, diplomatisch miteinander verhandeln und dort aufbauen können, wo sich ihre Interessen überschneiden.“
Der Iran veröffentlichte einen Bericht über das Treffen von Präsident Peseschkian mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, bin Zayed Al Nahyan, dem designierten nächsten Präsidenten der VAE. Peseschkian „betonte den prinzipiellen Ansatz des Iran, Streitigkeiten durch Dialog beizulegen, und warnte vor den Bemühungen von Gegnern, Spaltung unter muslimischen Ländern zu stiften“, hieß es in der Zusammenfassung. „Der iranische Präsident rief zu Wachsamkeit und Einheit unter den islamischen Nationen auf, um feindlichen und expansionistischen Plänen entgegenzuwirken.
Die USA und Israel hätten Konflikte geschürt und den Iran angegriffen. Der Iran habe den Krieg nicht begonnen und US-Stützpunkte nur in Notwehr angegriffen, darunter Einrichtungen, aus denen Angriffe gegen den Iran gestartet wurden, bei denen Revolutionsführer Ajatollah Chamenei, Kommandeure, Wissenschaftler und Kinder starben. „Präsident Peseschkian erklärte, regionale Sicherheit könne nicht durch eine US-Militärpräsenz erreicht werden, und betonte, die Länder der Region sollten unabhängig über ihre eigene Sicherheit diskutieren und darüber entscheiden.“
Quelle: eirna.de