Die BRICS-Staaten haben am 6. Juli eine wichtige neue Initiative angekündigt: die „BRICS-Partnerschaft zur Beseitigung sozial bedingter Krankheiten (SDD’s)“. Sie geht davon aus, dass „Gesundheit ein grundlegendes Menschenrecht ist.“ Es müssten die Ressourcen und Fähigkeiten entwickelt und mobilisiert werden, die erforderlich sind, um die heilbaren Krankheiten zu „beseitigen“, die unter den Bedingungen der Armut und des Mangels an Nahrungsmitteln, sanitären Einrichtungen, Wohnungen und medizinischer Versorgung, unter denen Milliarden von Menschen heute noch leben müssen, überhand nehmen.
Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärte auf der dritten Plenarsitzung des Gipfels: „Die BRICS setzen auf Wissenschaft und Technologietransfer, um das Leben an die erste Stelle zu setzen. In Brasilien und überall auf der Welt bestimmen Einkommen, Schulbildung, Geschlecht, Ethnie und Geburtsort, wer krank wird und wer stirbt. Viele der Krankheiten, die in unseren Ländern Tausende töten … wären bereits ausgerottet, wenn sie den Globalen Norden betroffen hätten… Es gibt kein Recht auf Gesundheit ohne Investitionen in sanitäre Grundversorgung, angemessene Ernährung, hochwertige Bildung, angemessenen Wohnraum, Arbeit und Einkommen… Wir kooperieren und handeln mit Solidarität statt mit Gleichgültigkeit. Wir stellen die Menschenwürde in den Mittelpunkt unserer Entscheidungen.“
Das Schiller-Institut begrüßt diese BRICS-Initiative. Seine Gründerin Helga Zepp-LaRouche hat in von ihr vorgeschlagenen Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur darauf bestanden, dass jede Nation ein modernes Gesundheitssystem benötigt, denn „die Lebenserwartung aller lebenden Menschen muss … so weit wie möglich verlängert werden.“
Die BRICS-Staaten sind sich darüber bewußt, dass sie „gut positioniert sind, um eine globale Führungsrolle bei der Beseitigung von sozial bedingten Krankheiten (SDD’s) zu übernehmen, indem sie die Forschung und Entwicklung innovativer Therapieansätze, Impfstoffe, Prävention, Früherkennung, Diagnose und Behandlung fördern,“ heißt es in ihrer Erklärung.
Gleichzeitig soll die „Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Kapazitätsaufbau, Innovation und Technologietransfer zwischen den Mitgliedern“ gefördert werden, „um den Wissensaustausch als Strategie zur Stärkung der Zusammenarbeit und zur Entwicklung innovativer, an die lokalen Gegebenheiten angepasster Lösungen zu unterstützen.“
Technische Seminare, Treffen von Forschungsnetzwerken und Ausbildungsaktivitäten sowie Gespräche mit der Neuen Entwicklungsbank über die Finanzierung sollten sofort beginnen, während eine detailliertere „BRICS-Roadmap“ zur Erreichung des Ziels ausgearbeitet wird.
Quelle: eirna.de