Briten treiben Bush in die Falle des Irankriegs

01.09.2007
Briten treiben Bush in die Falle des Irankriegs admin 01.09.2007

Lyndon LaRouche verurteilte am 29. August scharf eine neue Studie einer britischen Denkfabrik, in der behauptet wird, die Vereinigten Staaten könnten innerhalb weniger Tage kerntechnische Anlagen, militärische Infrastruktur und Regierung des Iran vernichten. Das sei ein „Haufen übler Lügen", so LaRouche, die darauf abzielten, Präsident George Bush zu einer Flucht nach vorne in einen Angriff auf den Iran zu verleiten, welcher die Welt in die Katastrophe eines „hundertjährigen Krieges" stürzen würde.

Das 80seitige Papier trägt den Titel „Erwägungen zu einem Krieg gegen Iran: ein Diskussionspapier über Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten". Die Verfasser sind David Plesch, Direktor des Zentrums für Internationale Studien und Diplomatie an der Schule für Orientalische und Afrikanische Studien der Universität London, und Martin Butcher, früherer Direktor des Britisch-Amerikanischen Rats für Sicherheitsinformationen (BASIC). Nach dem Erscheinen am 27. August äußerten verschiedene amerikanische Militär- und Geheimdienstspezialisten scharfe Kritik an der Studie. Die Annahmen über die Möglichkeiten der Luftwaffe in dieser Studie seien utopisch. So hätten etwa die „Furcht und Schrecken"-Bombardements der Amerikaner im Irak weit weniger Schäden angerichtet, als anfänglich behauptet wurde. Die Kritiker, darunter der frühere Antiterrorspezialist der CIA und der US-Armee Larry Johnson, stellten auch fest, daß die Fähigkeiten des Iran zu asymmetrischen Vergeltungsmaßnahmen in dem Bericht stark unterschätzt werden.

Der britische Bericht wurde publik durch eine Meldung des Internetmagazins [url:“http://www.rawstory.com/]http://www.rawstory.com/[/url], wo er folgendermaßen zusammenfaßt wird:

„Die USA haben militärische Vorbereitungen getroffen, die Infrastruktur des Iran für Massenvernichtungswaffen, Kernenergie, Regierung, Streitkräfte, Staatsapparat und die Wirtschaft innerhalb weniger Tage, wenn nicht Stunden zu vernichten, sobald Präsident George W. Bush den Befehl dazu gibt. Die USA machen das Ausmaß ihrer Vorbereitungen nicht zur Abschreckung des Iran publik, was eine Konfrontation noch wahrscheinlicher macht. Die USA behalten sich die Option vor, einen Krieg zu vermeiden, aber ihre Streitkräfte als Teil einer Gesamtstrategie zur Beeinflussung des Handelns des Iran zu benutzen." Die amerikanischen Bomber und Langstreckenraketen könnten, so die Plesch-Butcher-Studie, „in wenigen Stunden" 10.000 Ziele zerstören. Sie könnten – möglicherweise mit Unterstützung Großbritanniens und Israels – den Iran zum „gescheiterten Staat" machen, ohne Kernwaffen einzusetzen. Wenn sich jedoch einige der iranischen Atomanlagen als zu stark verbunkert für konventionelle Waffen erwiesen, könne die „militärische Logik und Doktrin" auch zum Einsatz von Kernwaffen führen.

Besondere Aufmerksamkeit widmen Plesch und Butcher einem Plan des Strategischen Kommandos (StratCom) der USA namens Global Strike, der die USA in die Lage versetzen soll, Ziele in der ganzen Welt ohne Zeitverzögerung mit Raketen und Bomben angreifen zu können. Diese Fähigkeit sei seit Dezember 2005 vorhanden.

„Mein Name ist Legion"

Lyndon LaRouches sprach in diesem Zusammenhang von „George Mein-Name-ist-Legion Bush". Das Wort stammt aus dem Markus-Evangelium (Markus 5,1-20), wo erzählt wird, wie Jesus einem Menschen begegnet, der so von bösen Geistern geplagt ist, daß er völlig außer sich ist. LaRouche verwies auf die jüngste Rede des Präsidenten vor dem Veteranenverband American Legion am 28. August, wo Bush gegen den Iran wütete und behauptete, wenn der Iran eine Atombombe in die Hände bekomme, gäbe es einen „atomaren Holocaust". Der Präsident sei offensichtlich in einer sehr schlechten geistigen Verfassung, betonte LaRouche. Daher sei jeder Versuch der Briten, den Präsidenten durch dubiose Behauptungen über real gar nicht vorhandene militärische Möglichkeiten der USA zu einem Krieg gegen den Iran zu verleiten, perfide und höchst gefährlich.

Amerikanische Militärexperten, die wir kontaktierten, verurteilten ebenfalls den Plesch-Butcher-Bericht. Sie verwiesen auf den Mißerfolg des Bombenkriegs im Irak. Falsch sei auch die Behauptung der britischen Autoren, die USA könnten so umfangreiche Kapazitäten einsetzen, ohne dafür wichtige Kräfte von anderen Orten wie Afghanistan abzuziehen.

LaRouche kommentierte, angesichts des offensichtlichen Geisteszustands im Weißen Haus, der sich in Bushs Rede zeigte, sei eine solche Verlagerung der militärischen Mittel für einen Angriff auf den Iran, so verrückt sie sei, nicht auszuschließen. Am 17. August veröffentlichte LaRouches Nachrichtenmagazin EIR eine psychiatrische Einschätzung des Geisteszustands des Präsidenten von Dr. Justin Frank, dem bekannten Psychiater vom Medizinischen Zentrum der George Washington Universität, der 2004 das Buch Bush auf der Couch veröffentlicht hatte. Dr. Frank warnt nachdrücklich vor dem zusehenden geistigen Verfall des Präsidenten und äußert die dringende Sorge vor einer „Flucht" des Präsidenten in einen Angriff auf den Iran.

LaRouche zog eine Parallele zwischen der wachsenden Kriegshysterie gegen den Iran und Hitlers Verhalten vor dem Überfall der Nazis auf Polen. Ein solcher historischer Vergleich sei zwar hart, aber angemessen, und sei nicht zu umgehen, wenn ein Krieg vermieden werden solle.

Einigung mit IAEA

Während Präsident Bush sich zunehmend in Kriegshysterie hineinsteigert, zeigt die Realität, daß es weder jetzt noch auf absehbare Zeit irgendeine „objektive" Grundlage für eine militärische Konfrontation mit dem Iran gibt. Am 29. August veröffentlichten die iranischen Medien und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) den Text einer „Vereinbarung zwischen der Islamischen Republik Iran und der IAEA über die Modalitäten zur Lösung der offenen Fragen". Darin wird festgestellt, daß der Iran die Fragen der IAEA über den Stand seines Kernforschungsprogramms zufriedenstellend beantwortet hat.

Während die europäischen Unterhändler den Verlauf der Verhandlungen und die Vereinbarung als großen diplomatischen Erfolg würdigten, versuchten Vertreter der Regierung Bush bei der IAEA diese Realität abzustreiten und behaupteten, es seien keine substantiellen Fragen gelöst worden. Die monatelangen Konsultationen zwischen dem Iran und der IAEA beweisen, trotz der Proteste von Bush-Cheney, eines ganz eindeutig: Diplomatie führt zum Erfolg, und es gibt keinen vernünftigen Grund, weiter die Kriegstrommel zu schlagen.

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