Britische Bankiers warnen vor der „schlimmsten Krise seit 20 Jahren“, welche in London diese Woche „ihren Höhepunkt“ erreichen wird, berichtete die Sunday Times am 9. September. Die Krise werde eintreten, wenn US$ 113 Mrd. an sog. ABC-Papier [asset-backed commercial paper; das sind verbriefte Forderungen] zur Refinanzierung – hauptsächlich durch London – fällig werden. Dies ist mehr als die US$ 100 Mrd., die Mitte August anstanden. Die Sunday Times zitiert einen ehemaligen Geschäftsführer einer der fünf Top-Handelsbanken Großbritaniens: „Dies sind die schlimmsten Bedingungen, die ich in 20 Jahren am Geldmarkt gesehen habe.“ Die Refinanzierung der kurzfristigen Anleihen beginnt heute und dauert bis zum 20. September. Die Stadt "macht sich für große Markt-Preisschwankungen bereit“.
Am 5. September beriefen die Bank von England und die Financial Services Authority eine Konferenz mit den größten Banken Großbritanniens über das Ausmaß der Liquiditätsknappheit.
Die Sunday Times schrieb, die US$ 113 Mrd. seien „die Nachwehen der Krise im Kreditmarkt, die mit den amerikanischen (Greenspan’schen) Subprime-Schulden begann“. Der Chef der Marktökonomen bei BNP Paribas in London, Paul Mortimer-Lee, wurde zitiert: Die „verbriefte Forderungen rutschen von Tag zu Tag weiter ab, und die Banken nehmen mehr und mehr davon in ihren Bilanzen auf, was Kapital verbraucht. Es handelt sich um sowohl eine Liquiditäts- als auch eine Kapitalkrise.“ Sogar „solide“ Banken horten Liquidität, da sie mit US$ 380 Mrd. an Krediten und Anleihen aus Geschäften mit privatem Beteiligungskapital umgehen werden müssen.