Das britische Empire fällt auseinander

29.07.2008
Das britische Empire fällt auseinander admin 29.07.2008

Überall in der britischen Presse konnte man am 27. Juli nur eins lesen: Premierminister Gordon Brown – es ist Zeit zu gehen. Der Hintergrund dafür liegt in der überraschenden und vollständigen Niederlage der Labour Party bei einer parlamentarischen Nachwahl am 24. Juli im schottischen Glasgow East, wo der Kandidat der Scottish National Party (SNP) gewann. Dieser Distrikt war seit Jahrzehnten sicher in den Händen der Labour Party.

John Rentoul vom "Independent" schrieb dazu , „für Mr. Brown heisst es jetzt nicht mehr ob, sondern wann.“ „Das Resultat der Glasgow East Wahl ist das schlimmste Ergebnis für Brown, aber das beste für die Labor Party, denn es macht seinen baldigen Abgang wahrscheinlicher.“ Rentoul versucht in seinem Artikel, die politischen Fehler von Labour Brown persönlich in die Schuhe zu schieben. Bei einer Wahlumfrage hätte der konservative Premierministerkandidat mit 22% vor Brown in Führung gelegen, wohingegen es bei der Frage nach der Partei nur 3% waren.

Schon stehen Außenminister Davis Miliband und der ehemaliger Außenminister Jack Straw bereit, Brown abzulösen. Miliband wird zitiert, es sei nur die Frage, ob Brown bei seinem Abgang die ganze Partei mitnehmen oder lieber gleich abtreten wolle.

Alle diese Analysen lassen jedoch außer acht, daß, wie Lyndon LaRouche am selben Tag in einer ausführlichen Stellungnahme anmerkte, das britische Empire dabei ist, sich aufzulösen ([url:“http://www.larouchepac)/]www.larouchepac)[/url] "Why Gordon grumbles: The empire crumbles"; eine deutsche Übersetzung der Stellungnahme finden Sie [url:“artikel/warum-gordon-grollt-empire-zerbricht“]hier[/url]).

Der britische Establishment-Insider Simon Jenkins brachte das am 27. Juli in einem Artikel in der Sunday Times auf den Punkt: "Glasgow kündigt das Ende der 300-jähirgen Union" an. Der Verlust eines Wahlbezirks an sich sei nichts ungewöhnliches für eine Partei, die sich im Niedergang befinde. Aber die Größenordnung und Quelle dieser Ereignisse sei neu. Es gehe um den Verlust von Schottland [das immer eine Hochburg der Labour Party war.] Man habe das Phänomen des schottischen Nationalismus kürzlich noch abgetan, als die SNP bei den Wahlen zum schottischen Parlament stärkste Partei wurde. Das wurde u.a. als Protest gegen Tony Blair und gegen den Irakkrieg gewertet.

Jenkins dazu: "Was niemand in England oder in der schottischen Labourpartei eingestehen wollte, war, daß die Schotten sich sehr spezifisch dafür ausgesprochen hatten, unabhängiger von England zu sein". Was mit begrenzter Autonomie begonnen hatte, sei nun auf Entscheidungen bei Gesundhetispolitik, höherer Bildung, Umwelt und Transportfragen ausgeweitet worden. Jenkins betrachtet es als unausweichlich, daß die Schotten als nächstes auch die Kontrolle über die Steuereinnahmen übernehmen werden. Ein "befreites Schottland" sollte dann auch "die englische Politik befreien". "Glasgow East hat viel mehr getan, als nur dem schottischsten aller modernen Preminister [Gordon Brown] eine blutige Nase zu verpassen. Es hat einen Prozeß beschleunigt, der bald die politischen und geographischen Komponenten des Vereinigten Königreiches umgruppieren könnte. Das ist nicht nur das beste. Es ist real."

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