Britische Nachrichtendienste hinter dem Massaker von Mumbai

08.12.2008
Britische Nachrichtendienste hinter dem Massaker von Mumbai admin 08.12.2008

Die massiven Terroranschläge in Mumbai, oft „Indiens 11. September“ genannt, fallen in die Endphase der US-Regierung G.W. Bush, in der mit dem Schlimmsten gerechnet werden muß. Das Finanzsystem zerfällt, die Realwirtschaft ist ruiniert, und Londoner Finanzinteressen tun alles, um weltweit Chaos zu säen. Teil dieser systematischen Destabilisierung ist auch die Gefahr der Ermordung des neugewählten US-Präsidenten Barack Obama. Das Britische Empire „zieht alle Register“.

Lyndon LaRouche warnt in dieser Lage, man müsse immer erst die übergreifende Weltlage betrachten, bevor man sich mit Einzelheiten beschäftige. Im Falle Indiens hätten die Anschläge angesichts der massiven Unterwanderung des pakistanischen Geheimdienstes ISI (Inter-Services Intelligence) durch den britischen MI-6 ohne Beteiligung der britischen Dienste jetzt nicht so geschehen können.

[url:“news/larouche-terroranschlage-indien-britische-empirefraktion-macht-mobil“]Am 27. November gab LaRouche den Rat[/url]: „Denken Sie nicht, erst kommt die Propagandalinie und dann die Tat. Die Propagandalinie hat mit der Tat vielleicht gar nichts zu tun.“ Entscheidend sei die Wirkung der Operation, und wer diese Wirkung erzielen wolle.

So müsse man sich z.B. fragen, was die britischen Dienste und ihre Helfershelfer vorhätten: „Richtet es sich gegen den Iran? Haben sie eine Destabilisierung gegenüber der jetzigen Lage im Irak vor? Danach muß man suchen. Oder ist es ein neuer Angriff auf Syrien? Warum hat Ehud Olmert eine Kehrtwende gemacht, als er von den USA nach Israel zurückkehrte, und geleugnet, daß Washington ihn vor einem Angriff auf den Iran gewarnt hat? Man sucht nicht nach der Propagandalinie, sondern nach den Verbindungen.“

Ein wichtiges Zeichen sei die Beteiligung von US-Vizepräsident Cheney und seiner Gruppe, die zu diesem britischen Netzwerk gehörten. „Wenden wir uns Ostasien und vor allem Thailand zu: Dort ist die Lage schon seit einiger Zeit chaotisch; die Krise ist jetzt gereift. Es gibt extreme Instabilität in China, weil die Chinesen nicht wissen, wie sie mit der Krise umgehen sollen. Das ist also ein weiterer Teil des Problems. Es gibt darüber hinaus eine gewaltige Unsicherheit im Welthandel und der Weltwirtschaft, besonders in Eurasien und Afrika, und jetzt auch in den USA. Nimmt man die bösartigen britisch-imperialen Kräfte und die extreme Finanzkrise und ihre sozialen Folgen zusammen, dann hat man ein hochentzündliches Gemisch.“

Wie bei solchen internationalen terroristisch-geheimdienstlichen Operationen üblich, gibt es auch im Zusammenhang mit den Ereignissen von Mumbai eine Fülle von Desinformation, Verwischen von Spuren und widersprüchlichen Meldungen. LaRouche besteht darauf, daß man die Dynamik hinter den Ereignissen anschauen muß – anders als jene Narren, die sagen: „Ich habe in letzter Zeit von der Gravitation nichts bemerkt.“

Anschläge sind Vorbote größerer Gefahren

Der terroristische Belagerungszustand in Mumbai endete am Morgen des 29. November, als Sicherheitskräfte bei der Säuberung des symbolträchtigen Taj Hotels drei Kämpfer töteten – fast 60 Stunden, nachdem die Extremisten an mehreren Stellen in der indischen Finanzhauptstadt zugeschlagen hatten. Insgesamt gab es 160 Tote, darunter 14 Polizei- und Sicherheitskräfte sowie 14 Terroristen, ein Täter wurde lebend gefaßt.

Der Angriff auf die drei prominenten Ziele – Oberoi Hotel, Taj Hotel und Nariman House – signalisierte eine neue Dimension terroristischer Aktivitäten in Indien. Es gab etliche Hinweise darauf, u. a. vom Nachrichtendienst abgehörte Mobiltelefongespräche, daß mindestens einige der Terroristen aus Pakistan kamen. Und der Angriff begann, während der pakistanische Außenminister gerade in Indien Gespräche zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen den Nachbarstaaten führte.

Die Ereignisse sind regional und international in verschiedener Hinsicht bedeutsam. Pakistans Präsident Asif Ali Zardari hatte kürzlich, unterstützt von seinem Armeechef Gen. Kayani, den Wunsch nach besseren Beziehungen zu Indien geäußert und sogar öffentlich erklärt: „Indien ist kein Feind.“ Diese Äußerung sowie die aktive Zusammenarbeit Islamabads und Washingtons bei der Ausschaltung von Al-Kaida- und Taliban-Führern in den Stammesgebieten an der afghanischen Grenze schufen eine Krise für die vom britischen MI-6 gestützte Fraktion im Geheimdienst ISI und die militanten Islamisten. Außerdem hat die Regierung am 26. November den „politischen Flügel“, einen sehr wichtigen Teil des ISI, aufgelöst.

Dies war der konkrete Auslöser, auch wenn die Angriffe schon seit längerem vorbereitet wurden. Die Logistik dazu lieferte wahrscheinlich Mumbais Gangsterboß Dawood Ibrahim, der in den neunziger Jahren aus dem Land floh und jetzt unter dem Schutz des ISI in Karatschi lebt, dessen Netzwerk aber weiter sehr aktiv ist.

Zardari, Kayani und die USA-freundliche Fraktion im ISI stecken nun in der Zwickmühle. Wenn sie versuchen, mit Hilfe der USA und Indiens der wachsenden Bedrohung entgegenzutreten, käme es in Pakistan unmittelbar zu großen Gewaltausbrüchen. Gehen sie aber nicht auf die Forderungen Indiens und der USA ein, dann wäre es nur eine Frage der Zeit, bis die MI-6-Fraktion im ISI und die islamistischen Kämpfer die Kontrolle über die pakistanische Politik erlangen.

Die Islamisten, die souveräne Nationalstaaten ablehnen, wollen eine militant-islamische Nation in Pakistan gründen und gleichzeitig die Voraussetzungen dafür schaffen, daß aus Indien ein „Hindustaat“ wird. Sie wollen die Welt in islamische, christliche, jüdische und hinduistische Länder spalten, um dann die muslimische Welt gegen die „Ungläubigen“ aufzubringen. Das ist ein weitgestecktes Ziel, aber viel hängt davon ab, wie die beteiligten Kräfte reagieren. So nutzen in Indien die Anhänger einer hinduistischen Erneuerung die Angriffe aus, um ihre Ziele zu propagieren, wobei kaum ein Beteiligter begreift, daß er damit den Islamisten in die Hände spielt.

Wie sich die Ereignisse auf Indien oder Pakistan auswirken werden, ist völlig offen. In Indien könnten die Hindu-Fundamentalisten sie als Druckmittel gegen die 160 Mio. Muslime im Land verwenden. In Pakistan könnte es zu einem politischen Putsch kommen, der die Dschihad-Anhänger an die Macht bringt.

Die geopolitische Absicht hinter den Anschlägen wird von den britischen Medien nicht verheimlicht. Das Sprachrohr der Empire-Fraktion, die Londoner Times, deutete die Terrorangriffe in Mumbai als „Präventivschlag“ gegen Obamas Vorhaben, die Lösung des Konfliktes zwischen Pakistan und Afghanistan zu einem Hauptpfeiler seiner Außenpolitik zu machen: „Sowohl Regierungsvertreter als auch Analysten in der Region glauben, daß das Ziel der Greueltaten in der letzten Woche war, eine Krise zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan zu provozieren und somit Pakistans Aufmerksamkeit von der Stammesregion an der Grenze zu Afghanistan abzulenken.“

Die Times zitiert dann den Chef des Center for Policy Research in Neu-Delhi, Pratap Bhanu Mehta: „Hier werden jeden Menge lautstarke Forderungen nach Aktionen Indiens gegen Pakistan erhoben… Diese Attacken sollten nicht nur den Friedensprozeß mit Pakistan ruinieren. Sie waren in mehrerlei Hinsicht ein Präventivschlag gegen Obamas Absichten in dieser Region.“

Und ein Afghanistan-Experte der London School of Economics, Dr. Antonio Giustozzi, wird zitiert: „Ich glaube, die Terroristen wollen die Beziehungen zwischen Indien und Pakistan nachhaltig stören und Pakistans Regierung brüskieren, in der Hoffnung, Indien zu unkontrollierten Schritten verleiten zu können.“

Offensichtlich verfügt die alte Kolonialmacht Großbritannien auch sechzig Jahre nach der Unabhängigkeit des Subkontinents immer noch über genug Akteure vor Ort, um solche Konflikte zu schüren, die in ihrer Konsequenz die notwendige Zusammenarbeit der vier Mächte USA, Rußland, China und Indien bei der Bewältigung der Weltwirtschaftskrise unmöglich machen könnten.

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