13. Juni 2007 (LPAC) — Eine dringende Warnung vor dem Zusammenbruchspotentials des britischen Immobilienmarktes, die am 4. April von der größten Niederländischen Bank ABN Amro veröffentlicht wurde, fand diese Woche endlich ihren Weg in die britische Presse. „Großbritannien scheint für eine Korrektur des Immobilienmarktes anfälliger zu sein als die USA“, schrieb die Bank in ihrem Bericht. Der Grad der Überbewertung sieht akuter aus, fast 50% in GB, gegenüber den 25% in den USA.“
Wegen des Überangebots an Immobilien in Großbritannien falle der Markt, und die Preise schieße noch mehr als in den USA „über das Ziel hinaus“ (d.h. kollabieren). Dem Bericht zufolge riskiert man Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft.
Der Bericht merkt an, daß dieses Problem große Auswirkungen auf die gesamte britische Wirtschaft hat. Da Großbritannien ein ständiges erhebliches Leistungsbilanzdefizit und ein überbewertetes Pfund habe, könne ein Preiseinsturz der Immobilien eine Währungskrise einleiten, welche die Bank von England nicht kontrollieren kann.
In Großbritannien sind die Immobilienpreise, historisch gesehen, viel unberechenbarer als in den USA. Durch den Immobiliencrash von 1990-96 sank der Wert der Häuser um 15% (sogar um 40%, wenn die Inflation mit einberechnet wird), was zu mehr als 1 Mio. Zwangsversteigerungen führte. Darüber hinaus liegt die Verschuldung der Privathaushalte in Großbritannien bei vollen 150% des verfügbaren Einkommens (gegenüber 120% in den USA); der Grund dafür ist die größere Hypothekenverschuldung. Die Immobilienwerte machen etwa 45% des britischen Vermögens aus, verglichen mit 33% in den USA.
Diese Schwierigkeiten betreffen auch den Bankensektor, der in Großbritannien Hypotheken in seinen Bilanzen führt. Verglichen mit den USA ist der Anteil der minderwertigen Hypotheken in Großbritannien nur halb so hoch, aber der Anteil steigt.
Die Daily Mail zitierte am 11. Juni den Wirtschaftswissenschaftler Dominic White, die britischen Familien nähmen unhaltbar große Hypotheken auf. Wenn die Zinssätze steigen, könne daraus eine größere wirtschaftlichen Volatilität resultieren. Ich glaube, damit bleibt der Immobilienmarkt anfällig für eine Berichtigung im globalen Maßstab, schrieb White. Der Rat der Hypothekengeber (CML) berichtete gestern, die Hypotheken stünden auf dem unerschwinglichsten Niveau seit 15 Jahren. Erstkäufer bezahlten im April 18,7% ihres Bruttoverdienstes, nur um die Hypothekenzinsen abdecken zu können – die höchsten seit 1992.