Der unhaltbare Zustand des Weltfinanzsystems läßt in gutinformierten Kreisen offenbar Alarmglocken schrillen. Am 10. Mai veröffentlichte der bekannte britische Ökonom und Journalist Liam Halligan einen Artikel, in dem er sich nachdrücklich für die Einführung des Glass-Steagall-Trennbankensystems einsetzt. Halligan, der sich des öfteren bereits für Glass-Steagall ausgesprochen hat, repräsentiert eine Denkrichtung im britischen Establishment.
Der unhaltbare Zustand des Weltfinanzsystems läßt in gutinformierten Kreisen offenbar Alarmglocken schrillen. Am 10. Mai veröffentlichte der bekannte britische Ökonom und Journalist Liam Halligan einen Artikel, in dem er sich nachdrücklich für die Einführung des Glass-Steagall-Trennbankensystems einsetzt. Halligan, der sich des öfteren bereits für Glass-Steagall ausgesprochen hat, repräsentiert eine Denkrichtung im britischen Establishment.
Unter der Überschrift „Nur volle Trennung wird unsere Banken sicherer machen“ schrieb er im Telegraph: „Der einzige Weg, unsere großen Banken sicher zu machen oder so sicher wie möglich, besteht in einer durchgängigen Trennlinie zwischen dem Investmentbanking und Geschäftsbankenaktivitäten. .. Das ist die Glass-Steagall-Trennung, die in den USA nach dem Crash der Wall Street von 1929 gezogen wurde. Glass-Steagall bewahrte Amerika fast 70 Jahre lang vor großen Bankenpleiten, die das System beschädigt hätten. .. Meine elfjährige Tochter versteht das. Und der einzige Grund, warum die Banklobby es nicht versteht, ist, daß sie es aus offensichtlichen finanziellen Gründen nicht will.“
Das Vickers-Modell und andere Reformen des Ring-fencing würden nie funktionieren, schreibt Halligan und warnt: „Der Mangel an sinnvollen Reformen hat in der Tat während der letzten fünf Jahre zu einem Verhalten geführt, das einen ‚weiteren Lehman-Moment‘ wahrscheinlicher macht.“ Es gebe „eine ganze Reihe sehr erfahrener Ex-Investmentbanker, die nachdem sie ihr Geld gescheffelt haben, jetzt ihre Memoiren aufpolieren und sagen, die Beseitigung von Glass-Steagall sei ein Fehler gewesen.“ Dazu gehörten Sandy Weill, John Reed (beide Citigroup) und andere. Auch in Großbritannien gebe es viele „maßgebliche und kompetente Fürsprecher“ für Glass-Steagall, wie Mervyn King (bis 2013 Gouverneur der Bank of England) , den früheren Schatzkanzler Lord Lawson, Lord Myners (fr. Sekretär der britischen Regierung für Finanzdienstleistungen) und andere.
Der Aufhänger für Halligans Artikel war die Ankündigung der Barclays Bank, man werde 2014 etwas 14.000 Beschäftigte entlassen – um damit angeblich die Voraussetzungen zu schaffen, sich statt des spekulativen Investmentbankings wieder aufs Geschäftsbankengeschäft zu konzentrieren. Halligan schrieb dazu „Trotz all dieser Begleitmusik wird Barclays weiterhin massiv im Investmentbanking bleiben… [Diese Ankündigung] beseitigt in keiner Weise die absolut überwältigende Notwendigkeit für einen entscheidenden Schnitt zwischen Hochrisikoinvestmentaktivitäten einerseits und denen der Geschäftsbanken, die normalen Firmen und Privathaushalten dienen…“