Jetzt hat das Acton Institute, eine Art selbsternannter Hohepriester des britischen Empire, den italienischen Politiker Giulio Tremonti in einem prominenten Artikel auf ihrer Internetseite angegriffen.
Am 18.3. attackierte ein gewisser Bergmann unter dem Titel „Die Globalisierung im Namen von europäischen Werten kritisieren“ Tremonti dafür, daß er den Preisanstieg bei Konsumgütern der auf die Globalsierung zurückführt und behauptet, dies sei nur der Anfang. Für ihn ist es auch ein Unding, daß Tremonti die Globalisierung für die globale Finanzkrise, die Umweltzerstörung und geopolitische Spannungen im Kampf um natürliche Ressourcen veantwortlich macht und eine internationale Steuerung des Prozesses der Globalisierung fordert. Besonders ist ihm natürlich Tremontis Forderung nach einem "Bretton-Woods-artigen System" ein Dorn im Auge.
Der Schreiberling des Action-Instituts beschwert sich darüber, dass Tremontis „Kur“ "ungenau" sei und lehnt „die Idee, dass eine Rückkehr zu Werten mit einer stärkeren Politisierung der Weltwirtschaft sein muß," völlig ab. Originalton Bergmann: „Mehr Regulierung und staatliche Beeinflussung tendieren nicht nur dazu, Wachstum und Lebensstandard zu reduzieren, sondern schaffen auch neue Möglichkeiten für Mieterhöhungen und Korruption, and unterminieren somit die traditionellen Werte, die Tremonti unterstützt.“ (?!)
„Tremontis Vision ist nach innen gerichtet und grundlegend pessimistisch. Einige marktorientierte italienischen Kommentatoren haben deutlich gemacht, dass seine Ideen dem altmodischen Protektionismus gefährlich nahe zu stehen scheinen." Falls Europa seiner Analyse folge, würde es in der Zukunft "ein wirtschaftliches und kulturelles Auslaufmodell werden."
Da verwechselt wohl jemand das unausweichliche Schicksal des britischen Empire mit dem Europas, das sich immer noch eines anderen besinnen kann….