24. Juni 2007 (LPAC) – Die früheren Nationalen Sicherheitsberater Brent Scowcroft und Zbigniew Brzezinski haben sich darauf geeinigt, in ihren Standpunkten zur U.S. Politik gegen Rußland uneins zu sein. Sie sprachen am 21. Juni vor dem Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten, am gleichen Tag, an dem Mitglieder der russischen Duma sich mit Tom Lantos' Hausausschuß für Internationale Angelegenheiten auseinandersetzten. Brzezinski drängte die Abgeordneten, sich dafür starkzumachen, daß die Ukraine in die NATO gebracht wird.
Er sagte: „Der Ukraine zu helfen, Teil des Westens zu werden, ist keine antirussische Politik, es ist eine Politik, die Rußland den Weg ebnet, ein Teil Europas zu werden… Denn wenn die Ukraine sich nach Europa bewegt, zum Westen, wird Rußland sich anschließen müssen. Damit ist es ein strategisches Ziel, das tatsächlich in unserem gemeinsamem Interesse ist.“ Weiter sagte Brzezinski, wenn der Westen aus Rücksicht gegenüber russischen Bedenken seine Anstrengungen drossele, die Ukraine in die NATO und die Europäische Union zu holen, dann werde Rußland durch eine „nachklingende Nostalgie“nach einem imperialistischen Einflußbereich, der nicht nur die Ukraine, sondern auch die anderen früheren Sowjetischen Republiken, einschließe, in Versuchung geraten.
Scowcroft wies das zurück: „Wenn man die Ukraine die Sowjetunion – Rußland – in den Westen führen läßt, wird Rußland Weg in den Westen verzögern, weil sie es so sehen werden, daß wir versuchen, ihre Bruderschaft auseinanderzureißen, Rußland zu isolieren und die Ukraine in den Westen zu bringen. Ich denke, wir müssen hier sehr vorsichtig sein.“ Scowcroft führte weiter aus, die U.S. A. hätten durch ihren langwierigen Krieg in Irak einen großen Teil ihres Einflusses auf die Europäer verloren und darin versagt, Vertrauen in Rußland aufzubauen. Scowcroft sagt auch, daß die Russen enttäuscht waren, als sie nicht eingeladen wurden, an einer Kampagne gegen die Taliban in Afghanistan teilzunehmen.