Der Bürgermeister von Nagasaki, Shiro Suzuki, verurteilte am 9. August 2026 nachdrücklich die sophistischen Argumente, wonach Atomwaffen angeblich die Sicherheit erhöhen. Er forderte alle Atommächte auf, sich unverzüglich der gefährlichen Realität zu stellen, dass allein der Besitz dieser Waffen das Risiko eines Weltkrieges dramatisch erhöht.
In seiner Rede anlässlich der Gedenkfeier für die 70.000 Zivilisten, die an diesem Tag im Jahr 1945 durch die auf Nagasaki abgeworfene Atombombe ums Leben kamen, wandte er sich entschieden gegen die These, Atomwaffenarsenale würden potenzielle Angreifer abschrecken, sowie gegen die Tendenz von Regierungen, sich auf solche Waffen zu verlassen. Dies habe im Gegenteil ein unglaublich anfälliges Sicherheitsumfeld geschaffen. AP News zitierte ihn: „Die Theorie der nuklearen Abschreckung ist extrem gefährlich und fragil. Atomwaffen sind kein ‚notwendiges Übel‘, sondern ein ‚absolutes Übel‘ und können niemals mit der Menschheit koexistieren. An alle Staatschefs der Atommächte und Nationen, die sich auf nukleare Abschreckung verlassen: Sie müssen sich der Realität stellen, dass Sie das Risiko eines Atomkriegs umso mehr erhöhen, je mehr Sie sich auf nukleare Abschreckung verlassen.“
In Anwesenheit von Premierministerin Sanae Takaichi kritisierte Suzuki Japans Führung, die das verfassungsmäßige Verbot des Angriffskriegs untergräbt. Takaichi blieb jedoch bei ihrer Linie und sprach von der Notwendigkeit „pragmatischer“ Änderungen zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit. Die Tendenz von ihr und anderen hin zu Atomwaffen hat die noch lebenden Überlebenden dieses schrecklichen Tages gekränkt und frustriert, und sie kritisieren scharf Takaichis prinzipienlose Haltung.
Bei der Gedenkfeier waren über 90 Länder vertreten; in dem Moment, an dem damals die Plutoniumbombe detonierte, legte die Menge eine bewegende Schweigeminute ein.
Die Internationale Friedenskoalition diskutierte am vergangenen Freitag nicht nur darüber, wie hoch die realen menschlichen Kosten des Einsatzes von Atomwaffen bisher waren und bald sein könnten, sondern auch über das höhere Menschenbild, das die barbarische Weltsicht hinter der verrückten Vorstellung ablösen muss, dass man Atomwaffen für irgendeinen Zweck einsetzen könnte und sollte. Ein Höhepunkt der Debatte war dabei eine Erörterung der offiziellen Bewertung durch die amerikanische „Strategic Bombing Survey“ von 1946:
„Auf der Grundlage einer detaillierten Untersuchung aller Fakten und gestützt auf die Aussagen der beteiligten, noch lebenden japanischen Führung vertritt die Survey die Auffassung, dass Japan mit Sicherheit vor dem 31. Dezember 1945 und aller Wahrscheinlichkeit nach vor dem 1. November 1945 kapituliert hätte, selbst wenn die Atombomben nicht abgeworfen worden wären, selbst wenn Russland nicht in den Krieg eingetreten wäre und selbst wenn keine Invasion geplant oder in Betracht gezogen worden wäre.“
Das überwältigende Risiko für die Menschheit durch thermonukleare Waffen muss uns zu einem Dialog der Nationen zwingen, um einen völlig anderen Weg einzuschlagen. Der Offene Brief von Veterans For Peace, Pax Christi, dem Schiller-Institut und vielen anderen Organisationen und Einzelpersonen, der weithin verbreitet wird, enthält einen Appell für eine höhere Diplomatie, wie der von Papst Johannes XXIII., Nikita Chruschtschow und John F. Kennedy 1962 angesichts der drohenden Auslöschung der Erde.
Quelle: eirna.de