Chef des russischen Präsidialamtes fordert internationale Zusammenarbeit bei Asteroidenabwehr

07.03.2013
Chef des russischen Präsidialamtes fordert internationale Zusammenarbeit bei Asteroidenabwehr klaus 07.03.2013

Die Komsomolskaja Prawda schrieb in ihrer Ausgabe vom 5. März unter Berufung auf den ehemaligen russischen Verteidigungsminister und jetzigen Vorsitzenden der Präsidialverwaltung, Sergei Iwanow: „Moskau ist nicht zu einer neuen Runde von Kernwaffenreduzierungen bereit und sieht keine Chance, einen Kompromiß mit Washington bezüglich der amerikanischen Pläne eines Raketenschutzschildes in Europa zu erreichen.“ Gleichzeitig habe Iwanow aber „die gesamte Weltgemeinschaft“ zum „gemeinsamen Bau eines Schutzschildes gegen Bedrohungen aus dem Weltall“ aufgerufen, „da kein Land in der Lage ist, so etwas alleine zu realisieren“.

Iwanow sagte, daß das amerikanische ABM-System in Europa „nichts damit zu tun hat, auf potentielle Bedrohungen aus dem Iran oder Nordkorea zu reagieren. Es zielt vielmehr gegen Rußlands strategische Nuklearstreitkräfte und untergräbt das Kräftegleichgewicht. In diesem Fall kann Moskau sich keine neue Runde nuklearer Abrüstung leisten, da das Kernwaffenarsenal der Amerikaner weit größer ist als das russische“.

Rußland sähe „kein Licht am Ende des Tunnels“ bei den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über die Raketenabwehr“. Komsomolskaja Prawda fügte hinzu: „In Iwanows Augen ist Washingtons Standpunkt nicht aufrichtig und kann deshalb nicht ernst genommen werden“.

Über die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit bei der strategische Verteidigung der Erde (SDE), sagte Iwanow: „Kein Land der Erde, nicht einmal die Vereinigten Staaten, können das alleine bewerkstelligen. Es ist exorbitant teuer und sehr schwierig. Und es kann nur, wie Sie sagen, gemeinschaftlich geschafft werden, womit ich einverstanden bin. Aber selbst dann bin ich nicht sicher, ob es technisch gesehen, jetzt schon eine Lösung gibt. Wenn wir über große Asteroiden sprechen, die von Teleskopen und Frühwarnsystemen aufgespürt werden können, dann handelt es sich um Asteroiden von mindestens 30 Meter Durchmesser. Aber ihre Geschwindigkeit ist enorm. Und auch wenn man einem näherkommenden Asteroiden etwas entgegenschicken könnte, gibt es bisher noch keine Methode oder Technik, um seine Bahn zu verändern. Und für die kleineren – der auf Tscheljabinsk gestürzt ist, war wirklich klein und es war unmöglich, ihn zu orten. Aber wenn wir damit beginnen, etwas gemeinsam zu tun, ist es ein Vorhaben, das Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird. Und es wird wahrscheinlich Milliarden von Dollar kosten.

Ein Raumschiff in der Umlaufbahn dürfte sich nicht nur auf die Erde konzentrieren, sondern müßte alles um sich herum inspizieren, um fähig zu sein, rechtzeitig eine Warnung zu senden. Vielleicht könnten Supercomputer in der Lage sein, bei diesen enormen Geschwindigkeiten die Bahn eines solchen Asteroiden zu berechnen und wenn er sich der Erde nähern sollte, herauszufinden wohin er sich bewegt und wie man ihn zerstören könnte. Oder wie man ihn zumindest von seinem Kollisionskurs abbringen könnte.“

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