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Cheminade eröffnet Präsidentschaftskampagne 2012

Mit einer größeren Konferenz, die unter dem Motto „Ein großes Projekt für die Welt von morgen ohne [Lononer] City oder Wallstreet“ am 15.-16.10. in der Nähe von Paris stattfand, eröffnete Jacques Cheminade seinen Präsidentschaftswahlkampf 2012.

[box:caption="Präsidentschaftskandidat Jacques Cheminade";align="right"][attachment:1][/box]Nach der Veranstaltung sagte Cheminade, er sehe besonders drei Gründe für Optimismus: 1. daß (trotz eines gleichzeitig stattfindenden nationalen Sportereignisses) 350 Teilnehmer kamen, 2. daß der Großteil davon die Konferenz von Anfang bis Ende aufmerksam verfolgte, und 3. die sehr gute Qualität der zahllosen Fragen und große Zahl derjenigen, die sich als freiwillige Helfer meldeten.

In seiner Rede, die von zwei Fernsehsendern aufgenommen wurde, betonte er, Erziehung zur Republik sei der Stützpfeiler einer gesunden Staatspolitik, denn das wichtigste Ziel einer jeden menschlichen Gesellschaft sei die Entwicklung seiner Bürger. Zu den großen, notwendigen Zukunftsprojekten zählte er neben den Großprojekten der Weltlandbrücke vor allem auch die Erkundung des Weltraums. „Die Erde ist die Wiege der Menschheit. Aber wer will schon sein ganzes Leben in der Wiege verbringen?“

Während die EU-Länder politisch Harakiri begingen, schlug er den geordneten Austritt aus dem Euro vor, um einen „polytechnischen Franc“ für Frankreich zu schaffen. Der Begriff „polytechnisch“ bezieht sich dabei auf die Finanzierung produktiver Investitionen. Mit Humor im Rabelais-Stil entlarvte er seine Konkurrenten von den etablierten Parteien, die alle auf die eine oder andere Weise Marionetten des Systems seien, deren Fäden die Elite ziehe.

Die Beendigung des stillschweigend geduldeten, korrupten Neokolonialismus in Afrika (bekannt als „Françafrique“) und statt dessen der Bau von Großprojekten auf dem Kontinent bilden einen Hauptpunkt seines Programms. Während mit „Françafrique“ beispielsweise in einer afrikanischen Hauptstadt ein protziger Präsidentenpalast oder ein aufwendiges Sportstadion gebaut würde, setze er sich für die Wiederauffüllung des Tschadsees, den Bau des Jonglei-Kanals und den Roudaire-Plan in Nordafrika ein.

Die Sitzung am Nachmittag vereinte drei bekannte, unabhängig denkende Ökonomen, die sich, jeder auf seine Weise, gegen die Idiotien des jetzigen Finanzsystems stellen und ein Ende des Diktats der Märkte gegenüber den Regierungen und mehr Regulierung für den Schutz des Gemeinwohls der Menschen fordern. Es waren der Wirtschaftsprofessor François Morin, früheres Mitglied im Rat der französischen Zentralbank und Autor des erfolgreichen Buches „Eine Welt ohne Wallstreet“, Prof. Henri Sterdyniak von der Abteilung Globalisierung des Wirtschaftsforschungsinstituts OFCE, sowie Prof. Eric de Keuleneer von der Solvay-Wirtschaftshochschule in Brüssel, der auch im Juli auf der Konferenz des Schiller-Instituts in Rüsselsheim gesprochen hatte.

Die Fragen nach ihren Vorträgen sorgten für eine lebhafte Debatte zwischen den Rednern, welche Lösungsvorschläge Erfolg brächten und welche nicht. Sie zeigte, welch ernsthafte Diskussion über reale Fragen Cheminades Wahlkampf fördern wird. Man war sich allgemein einig, daß Spekulation mit Staatspapieren und Kreditausfallderivaten (CDS) verhindert werden muß, aber es herrscht noch Verwirrung über den Unterschied zwischen staatlicher Kreditschöpfung und keynesianischen Methoden. Cheminade unterstützte die Vorwürfe von Prof. Morin gegen die Mont-Pelerin-Gesellschaft und die Von-Hayek-Schule, die jegliche staatliche Intervention in die Wirtschaft ablehnen. In einer weiteren Themenrunde wurden einige der Großprojekte in Cheminades Programm vorgestellt.
Die interne Diskussion des Parteitags am Sonntagvormittag widmete sich der Frage, wie Cheminades Kampagne durch Nutzung des Internets und der Aktivierung von Netzwerken an Durchschlagskraft gewinnen könne. Dann gab die BüSo-Bundesvorsitzende Helga Zepp-LaRouche als Gastrednerin einen breiten Überblick über die internationale Gesamtlage mit vielen historischen Bezügen. Sie schloß mit einer höchst optimistischen Zukunftsperspektive, die möglich sei, wenn es gelinge, die gegenwärtigen Denkfehler zu überwinden. Auch dieser Rede folgte eine lebhafte Diskussion. Am Ende rief Cheminade die Teilnehmer auf, in diesem außergewöhnlichen Augenblick der Krise für seinen Wahlkampf und darüber hinaus aktiv zu werden.