Die Bush-Regierung hat Schiffe ihrer Kriegsmarine, angeführt durch die USS Cole und die USS Nassau, in das östliche Mittelmeer beordert. Das heizt die Gefahr eines Krieges im Mittleren Osten an. Erfahrene Mitglieder der U.S.-Geheimdienste sagten gegenüber der Nachrichtenagentur EIR, sie seien darüber beunruhigt, daß die USA diese Schiffe in Abstimmung mit Saudi Arabien in die Region gesandt haben könnten. Der saudische Außenminister hatte sich am 15. Februar mit US-Präsident Bush, Vizepräsident Cheney und Mitgliedern der Nationalen Sicherheitsbehörde getroffen, was von der Tageszeitung Washington Post als Planungssitzung für ein koordiniertes Vorgehen gegen Syrien bezeichnet wurde. Washington und Riyadh machen Syrien für die Pattsituation im Libanon verantwortlich.
Mehrere Quellen in Washington wiesen darauf hin, daß dieser Marineeinsatz mit einer Eskalation zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen zusammentrifft. Außerdem verdichte sich die Gewissheit, daß Israel eine umfangreiche militärische Invasion zur Vernichtung der Hamas in Gaza plane. Ein ranghoher geheimdienstlicher Informant warnte unverblümt, die Frage sei nicht, ob Israel Gaza besetzen wird, sondern wann. Die Israelis würden keinen Staat der Muslimischen Brüderschaft (d.h. Hamas) an ihrer Grenze tolerieren.
Er fügte hinzu, der Einsatz der US-Marine könne die USA direkt in dem Konflikt hineinziehen, falls Israel bei der Gaza-Operation in Schwierigkeiten geraten und wenn sich die Hisbollah aus Solidarität mit den Palästinensern gegen Israel wenden würde. Sollten Cheney und Konsorten den Iran für die eskalierende Gewalt von Hamas und Hisbollah verantwortlich machen oder die "Kriegfraktion" in Teheran provozierende Schritte unternehmen, könnte das in einen großflächigen Krieg münden.
Alle Regierungen der Region gingen nun allgemein davon aus, daß die Konferenz in Annapolis die Friedenverhandlungen zwischen Israel und Palästina nicht vorangebracht habe, und daß Bushs Versprechen, er wolle die Zwei-Staaten-Lösung noch vor Beendigung seiner Amtszeit unter Dach und Fach bringen, leeres Gerede gewesen sei.
Ein weiterer Gesprächspartner bezeichnete die Idee der Bush Regierung, sich mit Saudi Arabien gegen Syriens Einfluß im Libanon zu verbünden, als einen "weiteren Akt der Dummheit". Die größte Gefahr hin zu einem asymmetrischen Krieg komme von den durch die von britischer Seite geförderten, und erheblich von Saudi-Arabien finanzierten Wahhabi-Fundamentalisten. Sollte der Iran bei einem Ausbruch zusätzlicher Kämpfe hineingezogen werden, könnte das einen asymmetrischen Krieg unter Einbeziehung der schiitischen Bevölkerung der Region in Gang setzen.