Am vergangenen Freitag begannen die Baumaßnahmen an der Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Peking und Schanghai, die für eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 350 km/h ausgelegt sein wird. Obgleich sich China gegen den Einsatz des Transrapids für die 1318 Kilometer lange Bahnlinie entschieden hatte, wird die Zugverbindung die Reisezeit zwischen Peking und Schanghai auf fünf Stunden verringern. Nach Fertigstellung können 80 Millionen Passagiere und mehr als 100 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr befördert werden, hieß es seitens des chinesischen Eisenbahnministeriums.
Das Schnellbahnprojekt stellt das erste vollständig in China entwickelte Eisenbahnsystem dar. Wie die chinesische Tageszeitung People’s Daily unter Berufung auf Meldungen des Ministeriums berichtet, wurden sämtliche technischen Einzelteile für die selbst konzipierte Strecke von einheimischen Unternehmen hergestellt.
Es ist das kostenintensivste Bauprojekt in China seit 1949. Etwa 50% der Investitionen stammen von der staatseigenen "Beijing-Shanghai High-Speed Railway Co., Ltd.". Das Übrige wird durch die Herausgabe von Aktien, durch Bankkredite und Auslandsinvestitionen erbracht, sagte ein Sprecher des Ministeriums.
Angesichts solcher Entwicklungen sollte die deutsche Regierung schnellstmöglich eine Kehrtwende in der Infrastrukturpolitik einleiten, die Bahnprivatisierungspläne aufgeben und den Kontakt zur chinesischen Führung suchen, um eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung der gesamten Eurasischen Landbrücke in Aussicht zu stellen.