CHINA POLICY Leads, ein auf China spezialisiertes privates Forschungs- und Beratungsteam mit Sitz in Peking, hat eine wichtige Entwicklung in der Politik der chinesischen Regierung festgestellt, die darauf abzielt, Teile des finanziellen Parasitentums zu unterbinden und sich stärker auf die Realwirtschaft zu konzentrieren. Das Institut wird von Philippa Jones, einer britischen Expertin für China-Politik, und David Kelly, einem australischen China-Wissenschaftler und Politikanalysten, geleitet.
„Qiushi, die führende theoretische Fachzeitschrift der Partei, widmete einen Großteil ihrer Ausgabe vom 16. Mai 2026 der Realwirtschaft“, so berichtet CHINA POLICY Leads. „Sie enthielt drei Beiträge: eine Zusammenstellung von Xi Jinpings Äußerungen zur Realwirtschaft aus den Jahren 2016–25; einen Artikel von Li Lecheng 李乐成 vom MIIT (Ministerium für Industrie und Informationstechnologie) über die Sicherung der Realwirtschaft auf der Grundlage der verarbeitenden Industrie; sowie einen bemerkenswert selbstkritischen Beitrag von Mo Wangui 莫万贵 vom Finanzforschungsinstitut der PBoC (Volksbank von China) über die Lücken bei Finanzdienstleistungen für die Industrie.“
Von besonderem Interesse ist die Diskussion über KI. Für Li Lecheng „besteht der Test für die Welle der künstlichen Intelligenz darin, ob sie die Art und Weise verändert, wie Dinge hergestellt werden, und nicht, wie sie bewertet werden. Er bezeichnet KI als ,Schlüsselvariable‘, die nur insoweit zu einem ,starken Wachstumsfaktor‘ für die Realwirtschaft wird, wie sie in der Fertigung, bei der Konstruktion, der Planung und der Qualitätsprüfung zum Einsatz kommt. Er beschreibt diese Aufgabe als ,wechselseitigen Prozess‘, bei dem die Fertigung die Datensätze und Anwendungsszenarien liefert, die die Modelle in der Produktion verankern. Bis Ende 2025 habe KI in über 30 Prozent der großen Industrieunternehmen Einzug gehalten. Die Volksrepublik China produziere über 300 humanoide Robotermodelle. Sein Beharren darauf, dass KI weiterhin ,von Menschen genutzt, im Dienste der Menschen steht und von Menschen kontrolliert wird‘ und dass technologische Innovation mit industrieller Innovation verbunden sein muss, folgt derselben Linie, die die Doktrin auch an anderer Stelle zieht. Digitale Kompetenz gilt als produktiv, wenn sie den Output steigert, und wird fragwürdig, wenn sie als eigenständiges ,Asset‘ für sich steht.“
Das ist genau der Ansatz, den wir jetzt auch in Deutschland brauchen.Lesen Sie dazu mehr im BüSo-Thema Wirtschaft.
Quelle: eirna.de