Die chinesische ENN-Forschergruppe in Langfang in der Provinz Hebei hat einen Durchbruch mit ihrem Wasserstoff-Bor-Reaktor „Xuanlong-50U“ bekannt gegeben. Es sei eine erste Fusionsreaktion noch vor dem angestrebten Termin Ende 2026 erzielt worden. Die Wasserstoff-Bor-Fusion (HB) bietet Vorteile für die kommerzielle Nutzung, da bei ihr keine Neutronen entstehen, der Brennstoff reichlich vorhanden und kostengünstig ist. Im Vergleich zur üblichen Deuterium-Tritium-Fusion erfordert sie jedoch höhere Temperaturen, eine weitaus höhere Kombination aus Plasmadichte und Einschlusszeit sowie anspruchsvollere Reaktionsbedingungen.
Das ENN-Team nutzte die Synergie aus der Injektion hochenergetischer Neutralstrahlen und Hochfrequenzwellen, um den Anteil der nichtthermischen schnellen Protonen am ersten Resonanzpeak der HB-Reaktion erheblich zu steigern. (Das Wasserstoffproton verschmilzt dabei mit einem Bor-Kern, wobei Alpha-Teilchen, d. h. Heliumkerne, sowie Energie entstehen, ohne dass hochenergetische Neutronen freigesetzt werden.)
Die Experimente zeigen, dass die Wasserstoff-Bor-Fusionsreaktion von ENN in die experimentelle Phase für ein brennendes Plasma eingetreten ist. Zehn renommierte Fusionsfachleute aus Forschungsinstituten und namhaften Universitäten mehrerer Länder begutachteten die Ergebnisse und kamen einstimmig zu dem Schluss, dass das Experiment effektive und reproduzierbare Messungen des Protonenenergiespektrums ergeben und die HB-Fusionsreaktion Alpha-Teilchen erzeugt habe – ein bahnbrechender Meilenstein in dieser Technologie.
Der nächste Schritt bestehe darin, bis 2030 eine erste Glühbirne mit HB-Fusion zum Leuchten zu bringen. Die Arbeiten am Bau der sphärischen Torus-Anlage der nächsten Generation „Helong-2“ haben bereits begonnen; deren Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen. Der darauffolgende Schritt wird darin bestehen, vor 2035 eine stationäre Stromerzeugung zu erreichen und in die Phase des Demonstrationsreaktors überzugehen.
Quelle: eirna.de