China hat die Bedingungen der Devisenkontrollen, die sowieso schon zu den umfassendsten unter den führenden Nationen gehören, verschärft. Das Land hat immer wieder abgelehnt, sich den verrückten Extremen der Globalisierung hinzugeben und seine Währungs- und Devisenkontrollen immer beibehalten. Jetzt hat die Staatsverwaltung für den Devisenhandel (SAFE) neue Regulationskriterien ausgegeben und wird die Kontrollen noch verstärken. SAFE gab regelmäßige jährliche Kontrollen für das Devisengeschäft der Banken bekannt. Inländische Banken, Joint-Ventures, ausländische Banken und ausländische Bankenfilialen werden alle diesen Kontrollen unterzogen, die bereits am 1. September für das Jahr 2008 beginnen.
Die elf Jahre alten Devisenhandelsgesetze wurden am 7. August mit sofortiger Wirksamkeit verstärkt. Diese Regulationen erhöhen die Kontrolle des Währungstransfers von ausländischem Kapital nach und von China. Unautorisierter Transfer kann mit einem Bußgeld von bis zu 30% des involvierten Kapitals geahndet werden. Am 14. 8. gründete die chinesische Zentralbank, People’s Bank of China, eine Sonderabteilung für die bessere Überprüfung und Abwicklung dieser Währungsgeschäfte.
Die Größenordnung von spekulativen Finanzströmen in die chinesische Wirtschaft bewegt sich nach verschiedenen Schätzungen zwischen mehreren hundert Miliarden Dollar und 1,75 Bilionen, was der Höhe der chinesischen Devisenreserven entspräche. Diese Zahlen sind nicht offiziell bestätigt. Die Fälschung von Handelsabrechnungen gehört neben ausländischen Direktinvestitionen in China zu den gebräuchlichsten Methoden, spekulatives Kapital ins Land zu bringen. Chinesische Handelsfirmen müssen jetzt ihre Papiere auf besonderen Überprüfungskonten einreichen, bis bestätigt ist, daß die Zahlungen tatsächlich aus Handelsaktivitäten stammen.