China-ESA-Raumsonde soll Erdmagnetfeld erforschen

25.05.2026
China-ESA-Raumsonde soll Erdmagnetfeld erforschen klaus 25.05.2026

Am 19. Mai startete ein gemeinsames europäisch-chinesisches Raumschiff vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana an der Nordostküste Südamerikas in den Orbit, berichtete Phys Org. Es ist das erste Mal, dass die ESA und China gemeinsam eine Mission ausgewählt, entworfen, umgesetzt, gestartet und betrieben haben.

Das Raumfahrzeug Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer, kurz SMILE, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Es wird in einer extrem elliptischen Umlaufbahn über den Erdpolen fliegen – in 5.000 km Höhe am Südpol und 121.000 km am Nordpol – um die Auswirkungen des Sonnenwinds auf die Magnetosphäre der Erde zu untersuchen, die die Erde vor vielen Arten geladener Teilchen schützt. Zum ersten Mal können Nordlichter 45 Stunden lang ununterbrochen beobachtet werden.

Technisch gesehen ist die Erde von der Atmosphäre unserer Sonne umgeben; der Sonnenwind ist ein ständiger Strom geladener Teilchen, die von der Sonne aus in alle Richtungen fließen. Eugene Parker (1927–2022), nach dem die Parker Solar Probe benannt ist, prägte den Begriff „Sonnenwind“. Gelegentlich kommt es zu Sonnenstürmen, die koronale Massenauswürfe (CMEs) erzeugen können – Explosionen riesiger Plasmamengen, die mit einer Geschwindigkeit von 2 Millionen km/h auf die Erde zurasen. Meistens schützt uns unsere Magnetosphäre vor diesen gewaltigen Ausbrüchen, doch von Zeit zu Zeit dringen sie durch, verursachen Stromausfälle und stören Kommunikationssysteme.

SMILE wurde nicht nur entwickelt, um diese Teilchen zu erfassen, sondern auch, um „die Röntgenstrahlung zu erfassen, die entsteht, wenn geladene Teilchen der Sonne mit den neutralen Teilchen der oberen Erdatmosphäre in Wechselwirkung treten“. Mit den Worten von ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher: „Wir stehen kurz davor, etwas zu erleben, was wir noch nie zuvor gesehen haben – die unsichtbare Schutzhülle der Erde in Aktion.“

Quelle: eirna.de

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