China gegen hyperinflationäre Geldpumperei: Die Welt braucht eine andere Politik

13.11.2010
China gegen hyperinflationäre Geldpumperei: Die Welt braucht eine andere Politik admin 13.11.2010

Der chinesische Präsident Hu Jintao hielt sich in Seoul beim G20-Treffen mit Kritik an der  hyperinflationären Gelddruckerei der US-Regierung nicht zurück und wurde damit zu einer Art Sprecher für andere Nationen (natürlich mit Ausnahme Großbritanniens). Er forderte "eine verantwortungsbewußte Haltung gegenüber der Geschichte und der Zukunft", die "die gemeinsamen Interessen der Menschheit berücksichtigt." Die Länder, die für die Hauptreservewährungen verantwortlich sind, sollten eine verantwortliche Politik verfolgen, für relative Stabilität der Wechselkurse sorgen und aufstrebende Volkswirtschaften und Entwicklungsländer gegen die Finanzrisiken aus der Währungsinstabilitäten schützen. Chinas Autorität in dieser Frage, so Hu, liege darin, daß sein Land es geschafft habe, in den letzten 30 Jahren über 200 Millionen Menschen aus absoluter Armut zu befreien.

China hat, ähnlich wie Deutschland, seine eigenen Erfahrungen damit,  was Hyperinflation bedeutet. Zwischen 1947-49 erlebte es eine finanzielle Kernschmelze durch die hyperinflationäre Politik, die die Regierung von Tschiang-kai-tschek zu Fall brachte und zur Machtübernahme der Kommunisten führte. Diese mußten Banken und Währung völlig reorganisieren, um die Wirtschaft überhaupt wieder in Gang zu setzen.

In einer eingehenden Analyse der chinesischen Sicht des G20-Gipfels kritisierte der Xinhua-Korrespondent in Seoul, Na Haejung, am 12.11. das "quantitative easing, mit dem die USA heißes Geld in die globalen Finanzmärkte pumpt, was in kleinen aufstrebenden Märkten Instabilität hervorruft." Der Gipfel sei keineswegs ein Erfolg gewesen, sondern es habe eine "erregte Debatte" über Wechselkurse, Handelsungleichgewichte und die amerikanischen Versuche, ihre Agenda durchzusetzen, gegeben. Und People’s Daily, die regierungsamtliche chinesische Zeitung, berichtete: "Als der südkoreanische Präsident Lee nach gefährlichen Konsequenzen der amerikanischen Herangehensweise gefragt wurde, antwortete dieser mit großem Unbehagen: ‚Diese Art Frage sollte mir gestellt werden, wenn Präsident Obama nicht gerade direkt neben mir steht.’"

Fed. Xiang Songzuo, stellv. Direktor des Zentrums für Internationale Finanzforschung an der Renmin Universität in Beijing erklärte gegenüber Xinhua: "Der G20-Gipfel ist ein Ereignis, bei dem Nationen ihre monetäre Politik koordinieren und die Stabilität des globalen Finanzsystems. QE2 hat ernsthafte Auswirkungen auf diese Anstrengungen. Während die USA andere Länder beschuldigen, bewußt ihre Währungen aus Konkurrenzgründen unterzubewerten, tun sie das bewußt mit ihrer eigenen Währung. Das ist äußerst offensichtlich."

Und die sonst vorsichtige "People’s Daily" berichtete über die sich häufenden Niederlagen des US-Präsidenten – angefangen mit der Wahlniederlage zuhause. Danach "mußte sich Präsident Barack Obama sich einem ernüchternden Test seiner Macht unterziehen, die er außerhalb des Landes besitzt; er war nicht in der Lage, einen Handelsabkommen mit Südkorea abzuschließen und er geriet in die Defensive darüber, wie Amerika mit der Besorgnis über die Weltwirtschaft umgeht… Bei der letzten seiner verstreuten Pressekonferenzen in Asien wurde er damit konfrontiert, daß die USA wegen ihrer Finanzpolitik isoliert sind und wie er sich dabei fühle. Obama erklärte statt dessen, daraus würden gute Neuigkeiten entspringen: eine umfassendes Abkommen aller Nationen für einen Plan, der das ausgeglichene, stabile Wachstum herbeiführt, das er fordert. …."

Präsident Obama rächte sich in typischer Manier für den Widerstand, indem er nach seiner Abreise China frontal angriff und nochmals erklärte: "Die Frage des Renminbi irritiert nicht nur die USA, sondern viele der chinesischen Handelspartner und diejenigen, die mit China auf den Weltmärkten konkurrieren. [Die Währung] ist unterbewertet. Und China gibt enorme Summen dafür aus, um in den Markt einzugreifen, damit das so bleibt."

Diese Aussagen sind völlig verrückt, denn beim G20-Gipfel wurde genau dieser Vorwurf gegen die USA erhoben. Das Auftreten des US-Präsidenten in Seoul hat aller Welt deutlich gemacht, wie äußerst dringlich die Rückkehr Amerikas zur Politik eines Franklin D. Roosevelt ist, für die heute Lyndon LaRouche mit seinem Konzept der Vier-Allianz für ein Weltkreditsystem souveräner Nationen zum Wiederaufbau der Weltwirtschaft steht.

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