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China und Rußland begrüßen neuen amerikanischen Raumfahrtkurs

Am 11.12. unterzeichnete US-Präsident Donald Trump in einer Zeremonie im Weißen Haus die „Richtlinie Nr.1 zur Weltraumpolitik“, die „Amerikas Weltraumprogramm wieder auf bemannte Forschungen und Entdeckungen konzentrieren“ werde. Dazu gehöre die Rückkehr von Astronauten auf den Mond und die Schaffung der „Grundlage für eine spätere Mission zum Mars und vielleicht eines Tages auch zu vielen anderen, entfernteren Welten“. Anwesend waren u.a. Buzz Aldrin von der Apollo-11-Mission, die den ersten Menschen auf den Mond brachte, Harrison „Jack“ Schmitt von der Apollo-17-Mission, mit der bisher zum letztenmal Astronauten auf dem Mond waren, sowie zwei Mitglieder des aktuellen Astronautenteams der NASA.

Mit der neuen Richtlinie erfüllt Trump ein Versprechen, das er bei einem Wahlkampfauftritt gegeben hatte, „die NASA von der Beschränkung zu befreien, vorrangig als Logistikbehörde für Aktivitäten in niedriger Erdumlaufbahn zu dienen“, damit sie sich „auf die Weltraumforschung konzentrieren“ könne.

Die neue Direktive zieht auch einen Schlußstrich unter die Politik des früheren Präsidenten Barack Obama, der einen erneuten bemannten Mondflug mit dem albernen Argument „Da waren wir doch schon“ abgelehnt hatte und statt dessen eine Landung auf einem Asteroiden wollte. Nach der Unterzeichnung der Direktive beschrieb der amtierende NASA-Chef Robert Lightfoot die Stimmung bei der NASA: „Wir sind ziemlich begeistert.“ Endlich gebe es bei den Unternehmungen der NASA wieder „ein Gefühl der Dringlichkeit“.

Lu Kang, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, begrüßte Trumps Erklärung und sagte, China sei zu einer verstärkten internationalen Kooperation bereit. „China freut sich, wenn Länder bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums für friedliche Zwecke Fortschritte machen.“ Die geltenden US-Gesetze verbieten Treffen und Kooperationen zwischen US-Wissenschaftlern und ihren chinesischen Kollegen, aber das wird sich hoffentlich bald ändern. China hat ehrgeizige Pläne für Mondlandungen und sogar für den Abbau von Helium-3 auf dem Mond als Brennstoff für die Kernfusion. China hat sein Weltraumprogramm vielen anderen Nationen geöffnet, um gemeinsam eine „Seidenstraße im Weltraum“ zu schaffen.

Das ist der richtige Ansatz, denn, wie viele Astronauten betont haben: Wenn man vom Weltraum aus auf die Erde herabschaut, sieht man, daß wir alle Teil derselben Menschheit sind und zusammenarbeiten sollten, um die großen Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Für die USA eröffnet die Orientierung auf die Erforschung des Weltraums die Perspektive, den Verfall der Hochtechnologie-Produktion umzukehren. Die von Präsident Kennedy Anfang der 1960er Jahre verkündete Mission, „einen Menschen zum Mond und sicher zur Erde zurück zu bringen“, löste einen gewaltigen Sprung der produktiven Beschäftigung aus, weil die Förderung des Fortschritts von Forschung und Technik ein zentraler Aspekt dieser Mission war. Zwar haben andere Präsidenten seither versucht, das Weltraumprogramm zu erneuern, aber die Motorwirkung der Wissenschaft für die Wirtschaft, die Kennedys Vision auszeichnete, ging in dem mehr als drei Jahrzehnte dauernden Niedergang der US-Wirtschaft verloren, was sich unter den Regierungen G.W. Bush und Obama noch beschleunigte.

Um das ganze Potential der von Trump verkündeten Weltraumpläne zu realisieren, wird es jedoch notwendig sein, das Gesamtprogramm zu übernehmen, das Lyndon LaRouche in Form seiner „Vier Gesetze“ zur Entwicklung der Wirtschaft präsentierte. Dazu gehört die Durchsetzung des Trennbankensystems ("Glass-Steagall"), produktive Kreditschöpfung durch eine Nationalbank für die Entwicklung der Infrastruktur und Hochtechnologie, die Schaffung eines Wissenschaftsmotors zur Erhöhung der Produktivität im Rahmen der globalen Wirtschaftskooperation, wie es China mit seiner Initiative zur Neuen Seidenstraße in Gang gesetzt hat.