„Die zum Himmel schießenden Ölpreise reflektieren nicht den Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage, sondern viel mehr die Blase, welche durch internationale Spekulanten aufgepumpt wurde,“ berichtete die chinesische People’s Daily am 28. Juli. Die Zeitung der Kommunistischen Partei hat eine weltweite Auflage von mehreren Millionen.
Seit Juli 2007, als die sub-prime-Krise in den USA losging, hätten internationale Spekulanten begonnen, Termingeschäfte für Öl, landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Metalle abzuschließen, vor dem Hintergrund eines sinkenden Dollars, wachsender globaler Inflation und großen Schwankungen auf den traditionellen Finanzmärkten. Statistiken zeigten, daß das spekulative Kapital, das in die internationalen Terminmärkte drückt, sich seit 2003 fast um das zwanzigfache auf 260 Mrd. $ erhöht habe. Mehr als die Hälfte dessen sei in Öl-Termingeschäfte gegangen.
„Seit 2003 verlor der Dollar im Wechselkursverhältnis zu den anderen Hauptwährungen der Welt 25% seines Werts; auf der anderen Seite ist die Nachfrage nach Öl um 8% angestiegen. Doch in der Zwischenzeit schoß der internationale Ölpreis um über 300% nach oben. Für jeden sollte klar sein, daß diese ungebremste Entwicklung beim Ölpreis aus internationalen spekulativen Aktivitäten im Öl-Terminmarkt stammt.“
Derzeit, so People’s Daily, gebe es in USA Untersuchungen der Aufsichtsbehörden über das Ausmaß der Spekulation bei den Preiserhöhungen. Ein Zusammenbruch dieser Blase rücke näher.