Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sprach am 26. Juli über eine Stunde lang mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping. In seinem Bericht, der auf Lulas X-Account veröffentlicht wurde, hieß es, die beiden Staatschefs hätten über die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit ihrer Länder gesprochen, nicht nur im Handel, sondern auch hinsichtlich der „Synergien“ zwischen den Entwicklungsprojekten beider Nationen. Zudem bekräftigten die beiden ihr „gemeinsames Engagement für den Ausbau der Zusammenarbeit in strategischen und Hightech-Bereichen wie künstlicher Intelligenz, Satelliten, der Verarbeitung kritischer Mineralien und dem Düngemittelhandel“.
Auch internationale Themen wurden erörtert: „Wir bedauern die Ausbreitung von Konflikten weltweit und deren Auswirkungen auf die globale Nahrungsmittel- und Energiesicherheit sowie die schweren menschlichen und materiellen Verluste“, berichtete Lula. Es wurden die notwendigen Ansätze zur Lösung der wichtigsten Krisenherde (die Meerengen von Hormus und Bab el-Mandab, Gaza, der Krieg in der Ukraine) diskutiert, ebenso wie das gemeinsame „Bekenntnis unserer Länder zur Verteidigung des Multilateralismus“. Sie vereinbarten, „bei diesem und anderen Themen auf höchster Ebene innerhalb der UNO, der BRICS und anderer Foren eng zusammenzuarbeiten“.
Xi teilte Lula mit, China schätze „Brasiliens internationalen Status und seinen bedeutenden Einfluss hoch ein und unterstützt Brasilien dabei, seine Souveränität und Unabhängigkeit zu wahren, sich gegen Einmischung von außen zu wehren und zur Wahrung des regionalen und weltweiten Friedens und der Stabilität beizutragen“, hieß es in der chinesischen Stellungnahme, die von Xinhua veröffentlicht wurde. Xi schlug vor, dass ihre beiden Länder, „beides wichtige Mitglieder des Globalen Südens“, gemeinsam für „den Fortschritt der Zivilisation“ eintreten und gleichzeitig „eine größere konstruktive Rolle bei der Reform und Verbesserung des globalen Governance-Systems sowie bei der Wahrung internationaler Fairness und Gerechtigkeit“ spielen sollten.
Zuvor, am 24. Juli, hatte Präsident Lula eine Gastkolumne in der Washington Post veröffentlicht, in der er erklärte, die Vereinigten Staaten begingen durch ihre offene Einmischung in die souveränen Angelegenheiten Brasiliens, einschließlich der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen, einen „strategischen Fehler“. Brasilien strebe normale Beziehungen zu den Vereinigten Staaten an, ebenso wie zu allen anderen Ländern; sollten die Vereinigten Staaten ihre Einmischung jedoch fortsetzen, so Lula, werde sich Brasilien an seine anderen Freunde wenden, die seine Souveränität respektieren.
Quelle: eirna.de