Chinesische und afrikanische Banken arbeiten an einem Ersatz für das SWIFT-System

17.08.2026
Chinesische und afrikanische Banken arbeiten an einem Ersatz für das SWIFT-System fabian 17.08.2026

 Chinesische Banken passen ihre Finanzinfrastruktur an den wachsenden Afrikahandel an und unterstützen ihn vor dem Hintergrund der chinesischen Zollfreiheit für 53 afrikanische Staaten sowie der Umsetzung der Afrikanischen Freihandelszone (AfCFTA). Große Institute wie die Industrial and Commercial Bank of China und die südafrikanische Standard Bank ermöglichen das direkte Clearing in Renminbi (Yuan) und grenzüberschreitende Zahlungsnetzwerke, um Transaktionen auf dem gesamten Kontinent zu optimieren, berichten die South China Morning Post (SCMP) und das südafrikanische Nachrichtenportal eNCA.

Die fortschreitende Integration umfasst:

• Abrechnungen in Landeswährung: Afrikanische Kreditinstitute und regionale Knotenpunkte schließen sich an Chinas grenzüberschreitendes Interbank-Zahlungssystem (CIPS) an, um mit dem Dollar-System verbundene Reibungsverluste zu umgehen.

• Zollfreie Synergie: Vor dem Hintergrund von Chinas zollfreiem Marktzugang für afrikanische Waren erleichtern chinesische Banken die Finanzierung für lokale Industrieparks und Exporte.

• Investitionen und Lieferketten: Förderbanken wie die China Eximbank stellen gezielte Handelsfinanzierungen bereit, die dazu beitragen, die afrikanische Produktion in Pekings Fertigungs- und Lieferketten zu integrieren.

Die SCMP berichtet über Libyen als exemplarischen Fall:

„Nach Gesprächen in Peking zwischen dem Gouverneur der libyschen Zentralbank, Naji Issa, und dem Gouverneur der People’s Bank of China, Pan Gongsheng, im vergangenen Monat sollen die Banken des Landes dem chinesischen grenzüberschreitenden Interbank-Zahlungssystem (CIPS) beitreten, einer Alternative zum SWIFT-System.

Dieser Schritt wird direkte Interbankenzahlungen in Yuan für den Handel erleichtern. Laut der staatlichen libyschen Nachrichtenagentur wird der Beitritt zu diesem Netzwerk Handelsgeschäfte vereinfachen, grenzüberschreitende Überweisungen beschleunigen und die Handelsströme ankurbeln. Libyen plant zudem, durch die Emission von Panda-Anleihen – auf Yuan lautende Schuldtitel, die von ausländischen Emittenten auf dem chinesischen Festland verkauft werden – den chinesischen Kapitalmarkt zu erschließen, was zur Finanzierung des Wiederaufbaus des Landes nach Jahren des Konflikts beitragen könnte.“

Zu den Ländern, die sich dem CIPS anschließen oder an Währungsswaps beteiligt sind, gehören Angola, Äthiopien, Kenia, Mosambik, Nigeria, Sambia und Südafrika.

Quelle: eirna.de

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