Der chinesische Ökonom und ehemalige Berater der chinesischen Zentralbank (Peoples Bank of
China), Prof. Yu Yongding rief in einem Interview mit Bloomberg am 23.
September die asiatischen Nationen auf, einen gemeinsamen Kurs in Verteidigung
des Dollars zu steuern. Es müsse verhindert werden, daß ein Land in Panik
begänne, Dollars abzustoßen und damit einen Kollaps auslöse.
Am 3. Oktober schlug auch Südkoreas Präsident Lee Myung-bak
ein Treffen der Finanzminister von Korea, Japan und China vor, um gemeinsame
Maßnahmen bezüglich der Krise amerikanischer Finanzinstitute zu beschließen.
China und Japan halten weltweit die meisten Dollarreserven, einen großen Teil
davon in US-Schatzanleihen. Während Korea seit Februar 2006 bis Mitte 2008 diese von 72,8 Mrd. auf 35,3 Mr. Dollar
reduzierte, haben Japan und China bis Anfang 2008 noch US-Schatzanleihen
aufgekauft, um dadurch den Kurs des Dollars zu stabilisieren. Dies belegen Daten, die das US-Finanzministerium veröffentlichte.
"Wir sitzen alle im gleichen Boot, wir müssen
kooperieren", so Prof. Yu. "Solange niemand beginnt in Panik zu
verkaufen, ist China bereit die USA zu unterstützen, in dem wir weiter
amerikanische Anlagen halten." Weil China einen so großen Anteil
amerikanischer Schuldtitel besitze, trage man bei der Lösung der Krise auch
große Verantwortung. Bis jetzt sehe sich China nicht unter Druck, die Anlagen
zu veräußern, aber "wir sind sehr besorgt über deren Wertentwicklung. Wenn
Sie wollen, daß wir weiter ruhig abwarten, müssen Sie uns versichern, daß
unsere Investitionen bei Ihnen sicher sind!"
Aber gerade weil man die USA generös unterstütze, sollten
die Vereinigten Staaten mit ihren wiederholten Attacken auf China aufhören.
"Es ist nicht fair, das wir euch gutwillig unterstützen und ihr uns mit
diesem oder jenem beschuldigt. China weiß, was es zu tun hat und braucht keine
Einmischung von außen."
Andererseits habe die Krise gezeigt, welche großen Risiken
mit der einseitigen Orientierung auf Exporte verbunden seien. China müsse jetzt
mehr Gewicht auf die Entwicklung der Binnenwirtschaft legen. Eine Aufwertung
des Yuan könne die Exporttätigkeit dämpfen und mehr Engagement im eigenen Land
provozieren. Nur US-Wertpapiere anzuhäufen, die mit dem Risiko des
Totalverlustes behaftet seien, bringe für die Wohlfahrt der Nation überhaupt
nichts. Und wenn weniger exportiert würde, helfe das auch die Beziehungen zu
Europa und den USA zu verbessern.