Eine Zusammenstellung der Initiativen von Lyndon LaRouche und Helga Zepp-LaRouche zur Reform des Weltfinanzsystems seit 1975.
Das folgende ist eine Zusammenstellung der wichtigeren
Vorschläge, die der weltweit führende Ökonom Lyndon LaRouche
seit 1975 bis heute zur Reorganisierung des Weltfinanzsystems gemacht hat. Sie
zielten alle darauf ab, die zivilisationsgefährdende Implosion zu verhindern,
die jetzt eingetreten ist. Für unsere Zwecke hier werden wir die
Vorschläge zur regionalen Entwicklung weglassen, die LaRouche
ebenfalls gemacht hat. Wir werden uns auf die konzentrieren, die sich auf das
globale System beziehen. In allen Initiativen forderte LaRouche
ein Bankrottverfahren, bei dem die unbezahlbaren Schulden eingefroren und die
Kreditvergabe durch Vereinbarungen unter souveränen Regierungen
wiederhergestellt wird. Der Kredit sollte an die Wertschöpfung neuen realen
Reichtums gebunden sein, vor allem durch wegweisende Infrastrukturprojekte.
April 1975: Inmitten der globalen Schuldenkrise, die
nach dem Ölpreisschwindel und der Auflösung des alten Bretton
Woods Systems explodierte, forderte LaRouche die
Ablösung des IWF durch eine Internationale Entwicklungsbank (IDB), die aus einer trilateralen Vereinbarung zwischen dem
entwickelten Industriesektor, den sogenannten Entwicklungsländern und den
sozialistischen Ländern entstehen sollte. Durch ausgehandelte Verträge sollte
die Bank Kredite insbesondere für industrielle Entwicklung und die Ausweitung
der landwirtschaftlichen Produktion bereitstellen. Ein zusätzliches
Schuldenmoratorium sollte in Kraft treten.
1976: Helga Zepp-LaRouche nimmt für die EAP als "Kanzlerkandidatin für die neue Weltwirtschaftsordnung" an der Bundestagswahl teil.
Januar-März 1988: Bei unmittelbar aufeinander
folgenden Konferenzen des Schiller-Instituts in Andover,
Massachussetts, und in Köln schlug LaRouche ein Konzept für ein neues Währungssystem vor, das
das IWF-System ersetzen sollte. Nur so könne die Zerstörung der Menschheit
durch AIDS oder eine Schuldenexplosion verhindert werden. Die Konferenz in den
USA fand wenige Monate nach dem Börsenkrach vom Oktober 1987 und ganz in der
Nähe des historischen Bretton Woods, wo die Konferenz
1944 abgehalten worden war, statt. Sie sollte allen Ländern der Welt eine
Plattform bieten, durch die eine neue und gerechte Weltwirtschaftsordnung, de
facto ein Neues Bretton Woods, errichtet werden
könne.
1990: Helga Zepp-LaRouche warnte, daß sich die große historische Chance Europas nur realisieren ließe, wenn man nicht
die damals schon höchst anrüchigen Mechanismen der sogenannten ,freien
Marktwirtschaft‘ und der ,Globalisierung‘ auf die maroden Strukturen
der kommunistischen Kommandowirtschaft oktroyieren würde. Sie sprach dazu auf einer Vielzahl von Konferenzen, Seminaren und Vorträgen in West- und Osteuropa und verlangte einen "Marshallplan" für den Aufbau Osteuropas.
Juni 1993: LaRouche wies
aus dem Gefängnis auf die Plage der Derivatspekulation hin, die er als
hauptsächlichstes Charakteristikum bei der Zerstörung der Weltwirtschaft
identifizierte. Er forderte eine Transaktionssteuer, um die Ausbreitung des
Krebsgeschwürs der Derivate auszuschalten. Als konstruktiven Schritt verlangte LaRouche die Verstaatlichung der Federal Reserve und, in
Zusammenarbeit mit anderen Nationen, die Initiierung großer
Infrastrukturprojekte.
Juni 1994: LaRouche
veröffentlichte seine 9. Vorhersage, sowohl in Rußland als auch den USA, die
besagt: “Das gegenwärtig existierende globale Finanz- und Währungssystem wird
in naher Zukunft desintegrieren… Dieser
Zusammenbruch durch Desintegration ist unausweichlich, weil er jetzt nicht mehr
aufgehalten werden kann, es sei denn, Regierungen entscheiden sich politisch,
die wichtigen Finanz- und Währungsinstitutionen einer Reorganisierung wie bei
einem Konkurs zu unterziehen.”
Januar-Februar 1997: Mit dem Ausbruch der globalen
Finanzkrise in Asien starteten Lyndon LaRouche und Helga Zepp-LaRouche eine internationale Mobilisierung für ein Neues Bretton
Woods. Sie forderten den damaligen US-Präsidenten Clinton auf, eine Notkonferenz
einzuberufen, um ein “Neues Bretton Woods System” zu
errichten, die Weltwirtschaft durch einen Reorganisierungsprozeß zu reformieren
und auf produktive Entwicklung auszurichten. Helga Zepp-LaRouches [url:“artikel/aufruf-fur-neues-bretton-woods-1997″]Appell für ein Neues Bretton Woods[/url], wurde weltweit von tausenden prominenten Unterstütztern unterzeichnet.
Oktober 1998: Im August-September stand das
Weltfinanzsystem nach der russischen GKO-Krise und
der beinahe-Explosion von LTCM
vor dem Aus. LaRouche verstärkte seine Kampagne für
Notmaßnahmen durch Regierungen, um das System “einer allgemeinen finanziellen
Reorganisierung zu unterziehen, wie in einem generellen Konkursverfahren.” Dies
wird es notwendig machen, dass souveräne Regierungen
Kontrolle über ihre Volkswirtschaften und ihre Währungen (durch Festlegung
fester Wechselkurse) übernehmen. Sie werden dadurch wesentliche Funktionen der
Landwirtschaft und Industrie schützen und den Einsatz von “finanzieller
Hebelwirkung” durch solche Methoden wie Derivatgeschäfte und andere Formen von
Finanzschwindel verbieten.
Dezember 1998: Der ehemalige mexikanische Präsident Lopez Portillo sprach in Mexiko-Stadt zusammen mit der Vorsitzenden des internationalen Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche auf einer Veranstaltung der Mexikanischen Gesellschaft für Geographie und Statistik . Helga Zepp-LaRouche warnte vor dem Zusammenbruch des Finanzsystems und der Zerstörung der heutige Zivilisation, wenn die Nationen der Welt
nicht bereit seien, die Politik der Globalisierung und des
Freihandels umgehend aufzugeben
Januar 1999: LaRouche
eröffnete seinen Wahlkampf für die Nominierung der demokratischen Partei zum
Präsidentschaftskandidaten bei den Wahlen 2000. Wie der Name seines
Wahlkomitees “The Committee
for a New Bretton Woods”
zeigte, konzentrierte er sie auf die notwendige globale Reorganisierung des
Systems.
April 2000: Die LaRouche-Bewegung
verbreitete einen [url:“artikel/aufruf-fur-neues-bretton-woods-2000″]Aufruf[/url] durch das Schiller-Institut von Helga Zepp-LaRouche für ein Ad Hoc-Komitee
zur Gründung eines neuen Bretton Woods, das die
Realisierung der Vorschläge von LaRouche vorantreiben
sollte. Im Laufe des folgenden Jahres wurde der Aufruf von über 500
Parlamentariern aus über 40 Ländern, mehreren Hundert Bürgerrechtsaktivisten,
Gewerkschaftsführern, Industriellen und Vertretern von Sozialverbänden
unterzeichnet.
Juni 2001: Lyndon LaRouche
sprach bei einer Anhörung in der russischen Duma über die endgültige,
systemische Natur der Weltfinanzkrise und deren Lösung durch souveräne
Entscheidungen nationaler Regierungen beim Aufbau eines neuen, auf festen
Wechselkursen basierenden Währungssystems.
November/Dezember 2001: Vom 27. November bis 5. Dezember besuchten Lyndon LaRouche und Helga Zepp-LaRouche die indische Hauptstadt Neu-Delhi um LaRouches Neues Bretton Woods System zu diskutieren. Für Lyndon LaRouche war es der erste Indien-Besuch seit 18 Jahren. 1983 war das Ehepaar LaRouche mit der damaligen indischen Ministerpräsidentin Indira Gandhi zusammengetroffen.
Die Tage in Delhi waren angefüllt mit persönlichen Gesprächen mit führenden Politikern, Strategen, Wirtschaftsplanern und Intellektuellen, Erörterungen im kleineren Kreis, Empfängen, einer Vorlesung an der Universität und einem EIR-Seminar am 3. Dezember. Lyndon und Helga LaRouche trafen u.a. mit den ehemaligen Ministerpräsidenten Chandrashekhar und I.K. Gujral zusammen und wurden am 5. Dezember vom indischen Staatspräsidenten K.R. Narayanan empfangen.
Bei den alten indischen Freunden sind LaRouches "40-Jahres-Entwicklungs-Programm" und seine Forderung nach einer neuen, gerechten Weltwirtschaftsordnung auf der Grundlage einer neuen globalen Finanz- und Wirtschaftsordnung in bester Erinnerung. Experten wie der ehemalige indische Finanzminister K.R. Ganesh nutzten deshalb jede Gelegenheit zu ausführlichem Gedankenaustausch.
September 2002: Die italienische Abgeordnetenkammer
stimmte für einen Vorschlag, der von Mitarbeitern LaRouches
ausgearbeitet worden war. Darin wird die Regierung aufgefordert, international
“eine neue Finanzarchitektur zu schaffen, die die Realwirtschaft stärkt und
Finanzblasen und -krisen vermeidet“. Solch eine neue Finanzarchitektur muß “die
Antwort auf die gegenwärtige Krise des gesamten Systems sein“, so die
Resolution.
Februar 2005: LaRouche’s
neu formiertes Aktionskomitee LPAC veröffentlichte
“Die nächsten 50 Jahre unserer Erde”, eine Zusammenfassung von Artikeln, die
die Ursachen des anhaltenden, sich beschleunigenden Finanzkollapses analysiert
und die Politik umreißt, die im anti-kolonialistischen Erbe Roosevelts wurzelnd
das neue System bestimmt. LaRouche schrieb: “Wir sind
wie ein Schiff im Sturm von einer schon heranstürmenden Weltkrise erfaßt
worden, die jetzt den ganzen Planeten in ein neues finsteres Zeitalter zu
stürzen droht. Es ist noch möglich, die Weltwirtschaft vor diesem Horror zu
retten. Aber wir werden nur überleben, wenn abrupte, radikale Maßnahmen
ergriffen werden, die uns zu den Absichten hinter Präsident Franklin Roosevelts
Schritten zum Aufbau des Bretton Woods Systems
zurückbringen. Entweder entscheiden wir uns für diese Option oder wir können
uns nur selbst verantwortlich machen für die furchtbaren Dinge, die dann bald
folgen werden.”
März 2006: Anknüpfend an den Aufruf vom Juli 2000, in dem Hunderte von namhaften
Persönlichkeiten aus aller Welt, darunter ehemalige Regierungschefs,
Abgeordnete, Gewerkschafter, Unternehmer, Bürgerrechtler,
Kirchenvertreter u.v.a., eine Reorganisation des Weltfinanzsystems
forderten, hat die Vorsitzende des Schiller-Instituts, Helga
Zepp-LaRouche, einen neuen Aufruf verfaßt. Der Text wird vom
Schiller-Institut weltweit verbreitet. Er soll mit den Namen der
Unterzeichner im Internet und in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht
werden. [url:“artikel/aufruf-fur-neues-bretton-woods-2006″]mehr
[/url]
Mai 2007: LaRouche begann,
die Notwendigkeit eines 4-Mächte-Abkommens – durch Rußland, China, Indien und
den USA – näher zu erläutern. Es sollte die Richtlinien festlegen, nach denen
ein neues Bretton Woods-System
funktionieren wird.
Juli 2007: [url:“artikel/ende-post-roosevelt-ara-0″]Bei einem am 25. Juli international
ausgestrahlten Internetforum[/url] kündigte LaRouche an:
“Nur eine grundlegende und schnelle Änderung im Weltfinanzsystem wird einen
allgemeinen, unmittelbaren, kettenreaktionsartigen Kollaps verhindern können.
In welchem Tempo der Kollaps hereinbricht, wissen wir nicht, aber er wird
passieren und nicht mehr aufzuhalten sein. Und je länger er bis zum bitteren
Ende andauert, desto schlimmer werden die Auswirkungen sein…”
LaRouche forderte die
amerikanische Regierung auf, mit Präsident Putin für
ein 4-Mächte-Abkommen Kontakt aufzunehmen: Die USA, Rußland, China und Indien
sollten die Initiative zur Errichtung eines auf festen Wechselkursen
basierenden Währungssystems ergreifen und u.a. einen
Plan für den friedlichen Wiederaufbau Südwestasiens aushandeln.
Nur wenige Tage nach diesem Internetforum setzte der Sturm
öffentlich ein, der die internationalen Märkte erschütterte. LaRouche präsentierte seine Gesetzesvorlage 2007 zum Schutz
der Eigenheimbesitzer und Banken (HBPA) als ersten
Schritt für ein Bankrottverfahren für die USA.
März 2008: Der führende Ökonom und Staatsmann Lyndon LaRouche schloß sein Internetforum am 12. März mit den
“drei einfachen Schritten” zur Beendigung der Krise. Sie wurden danach massiv
verbreitet.
“Erstens: Das HBPA. Wir müssen über
eine unbestimmte Zeit bis zur Lösung der Krise Insolvenzschutz für
Eigenheimbesitzer und Banken gewähren, d.h. genauer: Schutz für die legitimen
Banken und ihre legitimen Bankgeschäfte, nicht für die Spekulation.
Zweitens müssen wir ein zwei-gleisiges
Kreditsystem schaffen mit einem Zinssatz von 1-2% für staatlich gestützte
Kredite und mit Zinssätzen bis zu 7-9 % für andere Dinge. Es geht nicht um
Stimulierungspakete. Ein Stimulierungspaket bedeutet ein
“Hyperinflationspaket”. Jeder, der eine Stimulierung will, wie diese Sexfreaks Paulson und Bernanke, ist
inkompetent. Sie wollen immer nur Stimulation! Gebt ihnen also Viagra oder anderes, aber kein Geld! Und dreht nicht die
Geldhähne auf! Man muß eine konservative Haltung einnehmen, wenn man eine
Inflation verhindern will. Wir müssen regulieren, die Ausweitung produktiver
Aktivitäten im Auge haben, die Sicherheit der Menschen, die Sicherheit der
Kommunen und das normale Funktionieren des Landes, wie das in besseren Zeiten
der Fall war. Wir brauchen wieder normale Bankgeschäfte, nichts mehr von diesem hyperinflationären Operationen, keine goldenen
Fallschirme mehr. Zinsraten von 1-2 %, so dass wir
die Wirtschaft wieder aufbauen können! Die Menschen können das verstehen.
Wir brauchen ein anti-inflationäres Kreditsystem, 1-2%
Zinsraten für von der Bundesregierung autorisierte Investitionen als Maßnahmen
staatlicher Kreditschöpfung. Zur Zirkulation in erster Linie, wenn nicht durch
die Regierung selbst, so doch durch amtlich registrierte Banken bei den Ländern
und beim Bund, die wieder in der normalen, vor-inflationären Weise operieren,
so wie, sagen wir, vor Volcker und vor Greenspan. Wir
brauchen das.“
Er entwickelte dann den dritten Schritt: “Wir brauchen auch
einen Faktor der weltweiten Ausweitung und Zusammenarbeit. Wir müssen eine
Partnerschaft unter führenden Mächten der Welt aufbauen, insbesondere mit
Rußland, China und Indien.
Wenn wir eine Allianz in der Wirtschaftspolitik zwischen den
USA, Rußland, China, Indien zusammenbringen und andere Länder mit einbeziehen,
können wir ein neues internationales Währungssystem wie das von Roosevelt
aufbauen. Unter solchen Bedingungen, mit diesen drei Maßnahmen und den
Schritten, die zur Umsetzung nötig sind, können wir den Großteil der Welt
mobilisieren und uns vom Abgrund losreißen! Und wir können zu einem System
zurückkehren, in dem Menschen wieder in Würde leben können.”
1. Oktober 2008: Während der Krach in vollem Gange
ist, wiederholte LaRouche noch einmal seine drei
Schritte zur Lösung. Wann werden die Menschen zuhören und begreifen?