Die in London erscheinende Zeitung {Sunday Telegraph} berichtet in einem aufsehenerregenden Artikel für den 8. Februar, daß der CIA seine Präsenz sowie seine Operationen in Großbritannien massiv verstärkt habe. Dem auf der Onlineausgabe der Tageszeitung vorab veröffentlichten Artikel zufolge habe der CIA diesen Schritt unternommen, weil er den britischen Geheimdiensten nicht zutraue, alle 2.000 mutmaßlichen Terroristen, die durch den MI5 (britischer Inlandsgeheimdienst) in den pakistanischen Netzwerken in Großbritannien identifiziert worden seien, im Auge zu behalten. Der CIA glaube und habe US-Präsident Obama anscheinend auch darüber informiert, daß der nächste spektakuläre Terroranschlag auf US-amerikanischem Boden von Großbritannien ausgehen werde.
Einer britischen Geheimdienstquelle zufolge, die die Zeitung zitiert, würden sage und schreibe vier von zehn CIA-Operationen zur Terrorismusbekämpfung auf britischem Boden durchgeführt. Der CIA habe seine eigenen Informationsquellen innerhalb der pakistanischen Gemeinschaft entwickelt. „Es besteht eine enge Abstimmung mit dem MI5, aber sie verraten uns nicht alle Namen ihrer Quellen“, berichtete die Zeitung.
Der {Sunday Telegraph} zitiert auch Bruce Riedel, einen ehemaligen CIA-Offizier und Nahost-Experten, die pakistanischen Netzwerke in Großbritannien seien das "wahrscheinlich beste Instrument", durch das Al-Quaida einen Anschlag auf Nordamerika ausführen könnte. Seit den Anschlägen in Bombay wird zudem die Lashkar-e-Taiba-Organisation durch die CIA überwacht.
Ansonsten legt der Artikel eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen CIA und MI5 nahe. Letzterer sei zu überlastet, um allen Terroristen in Großbritannien nachzuspüren. Die Präsenz pakistanischer Terrorgruppierungen wird als geschichtlicher Unfall dargestellt, statt als eine beabsichtigte Folge britischer Geopolitik. Zumindestens aber deutet er in die richtige Richtung.