Die Liste derjenigen, die als "künftige EU-Präsidenten" gehandelt werden, wächst ständig. Nachdem man den irischen Premierminister Bertie Ahern ins Spiel brachte – offenbar, um die Iren bei ihrem Referendum zu korrumpieren – und selbst Angela Merkel genannt wurde (die vielleicht nach ihrer Kanzlerschaft auch eine neue Beschäftigung sucht), ist nun Dänemark dran.
Das dänische Boulevardblatt Ekstra Bladet berichtet, der dänische Premierminister Anders Fogh Rasmussen sei wahrscheinlich der führende Anwärter für den neuen Posten des EU-Präsidenten, weil von Deutschland ein Veto gegen die Präsidentschaft Tony Blairs erwartet werde. Anschließend könnte mit Unterstützung von Frankreich und England der Däne als Kompromißkandidat vorgeschlagen werden. Es gebe "Eventualpläne" im dänischen Außen- und Finanzministerium, den Premier in diesem Fall bis Ende des Jahres durch den jetzigen Finanzminister Lars Loekke Rasmussen zu ersetzen. Fogh Rasmussen genieße für die Kandidatur auch starke Unterstützung bei den osteuropäischen Ländern, da er sich als damaliger EU-Vorsitzender für ihre Einbeziehung in die EU eingesetzt hatte.
Es wird in Dänemark seit geraumer Zeit diskutiert, was der Preis für diese "Qualifizierung" sein würde. So wird gesagt, er müsse sicherstellen, daß die Dänen dem Lissaboner Vertrag – ohne Referendum – zustimmen, und einige der dänischen Ausnahmeregelungen zum derzeitigen EG-Vertrag beseitigen. Das allerdings kann nur durch Volksabstimmungen geschehen. Dänemark gehört nicht zur Eurozone, es nimmt nicht an gemeinsamen Verteidigungs- und Justizangelegenheiten teil; und die dänischen Bürger besitzen keine EU-Staatsbürgerschaft. Das war der Preis, mit dem das ‚Ja‘ zum derzeitig gültigen EG-Vertrag durch das damalige Referendum erkauft wurde.