Destabilisierung Pakistans: US-Botschafter spielt die „Mullah-Karte“

21.11.2007
Destabilisierung Pakistans: US-Botschafter spielt die „Mullah-Karte“ admin 21.11.2007

Die US-Botschafterin in Islamabad Anne Patterson machte erneut deutlich, daß die von Cheney beeinflußten Neokons in Washington allein am Fördern von Unruhen in Pakistan interessiert sind, als sie den Vorsitzenden der Jamiat-Ulema-Islami (JUI-F) Maulana Fazlur Rehman traf, einen oft genutzten britischer Aktivposten in Pakistan. US-Botschaftssprecherin Elizabeth Colton erzählte AFP, Patterson und Rehman hätten einige Themen diskutiert, u.a. darüber, wie wichtig es sei, den Notstand aufzuheben. Maulana Fazlur hat bekanntlich öffentlich erklärt, daß er den Ausnahmezustand noch vor den freien und fairen Wahlen aufgehoben sehen will.

Allerdings ist Maulana Fazlur Rehman bekannt für seinen Beitrag zur Entwicklung des Kerns der Taliban- Bewegung durch seine zahlreichen Medresen [Islamschulen]. Seine Organisation gehört zu den einflußreichsten und einfallreichsten in Pakistan und arbeitet auf einen sogenannten „reinen islamischen Staat“ hin.

Als die USA und ihre Verbündeten 2001 anfingen, talibanische Stützpunkte in Afghanistan zu bombardieren, leitete Fazlur Rehman große Demonstrationen gegeb due USA, gegen Muscharraf und für die Taliban in den großen Städten Pakistans. Der Maulana kritisierte die Präsidenten Bush und Muscharraf schärfstens und drohte mit einem Jihad [einem heiligen Krieg] gegen die USA, wenn die Bombardierungen weitergehen.

Aber das war damals. Jetzt wollen die Washingtoner Neokons noch mehr Chaos in Pakistan, um die US-Truppen in dieses Land zu führen und die Kontrolle über Pakistans Atomwaffen zu erhalten. Aus diesem Grund liegt es nahe, Maulana Fazlur ins Feld zu führen und ihn und seine Fanatiker auf die pakistanische Armee loszulassen.

Daß dieser Plan schon früher gärte und nicht erst nach dem 3. November entwickelt wurde, als Präsident Muscharraf in Pakistan den Notstand ausrief, beweist die Tatsache, daß sich der US-Staatssekretär für Südasien Richard Boucher im September 2007 in Islamabad mit Ghafoor Haideri, einem engen Mitarbeiter von Maulana Fazlur Rehman, traf. Bis dahin hatten die Amerikaner – im Gegesatz zu den Briten – Maulana Fazlur wegen seiner Drohung, daß kein Amerikaner sicher wäre, wenn Irak angegriffen werde, auf Distanz gehalten.

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