Deutscher Gewerkschafter prangert grüne EU-Agenda an

23.03.2026
Deutscher Gewerkschafter prangert grüne EU-Agenda an klaus 23.03.2026

Frank Sell, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Bosch, Deutschlands führendem Batteriehersteller, der plant, 22.000 seiner 89.000 Arbeitsplätze abzubauen, hat in einem 18-minütigen Video die Strategie der EU-Kommission als Wahnsinn angeprangert, alle Verbrenner-Fahrzeuge bis 2035 zu verbieten. Das würde zwei Drittel der gesamten Automobilproduktion in Deutschland und Europa zerstören. Technologien wie die Elektromobilität oder autonomes Fahren würden noch viel zu wenig Gewinn abwerfen im Vergleich zu den traditionellen Geschäftsfeldern.

Sells 18-minütiges Video war ursprünglich gar nicht zur Veröffentlichung bestimmt, wurde dann aber auf einer Webpräsenz der IG Metall Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Der folgende Bericht basiert auf einem Artikel im Magazin Focus.

China verfolge einen anderen Ansatz als die EU, so Sell. In China würden parallel zu E-Autos nicht nur neue Hybridantriebe entwickelt, sondern es gebe auch Ansätze für neue Hochdruck-Einspritzsysteme bei Benzinmotoren und sogar neue effiziente Diesel.

Die EU-Kommission sei jedoch ideologisch darauf festgelegt, eine ganze Branche zu opfern, erklärte Sell. „Es kann doch in drei Teufels Namen nicht sein, dass sich Europa ein Ziel gibt, und 21 Länder in Europa nichts dafür tun – sei es Infrastruktur oder Ausbau von Ladesäulen – und wir dann weiter an einem Ziel festhalten, von dem wir wissen, dass es auch technisch nicht geht.“ Es verstehe „kein normaler Mensch da draußen“, dass man von diesen Zielen nicht abrücke. Es sei völlig unrealistisch zu sagen: „Am 31.12.2024 ist das eine Modell zu Ende und wenn der Zeiger auf 0 Uhr geht, gilt das andere Modell.“ Was momentan in Brüssel diskutiert werde, sei eher eine Verschärfung des Verbrenner-Aus als eine Anpassung an die tatsächlichen Entwicklungen auf dem Automarkt.

„Wir verabschieden uns damit aber auch von unserem Know-how beim Systemverständnis“, so der Gewerkschafter – genau das sei aber immer noch die Stärke gegenüber China, aber auch gegenüber den USA. Damit schieße man sich „mehr und mehr aus dem Markt heraus“. Es dürfe kein „Entweder oder“ beim Antrieb geben, sondern nur ein „Sowohl als auch“.

Quelle: eirna.de

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