Deutschland: ,Heuschrecken‘ sind Systemrisiko, London blockiert Maßnahmen dagegen

16.06.2007
Deutschland: ,Heuschrecken‘ sind Systemrisiko, London blockiert Maßnahmen dagegen admin 16.06.2007

13.Juni 2007 (LPAC)– In einem Gespräch mit EIR erklärte ein Beamter des deutschen Finanzministeriums am 12. Juni, es gebe zwei Hauptaspekte in der anhaltenden Debatte über die Transparenz und Kontrolle der Hedgefonds. Ein Aspekt sei die nationale Gesetzgebung, die einen verläßlichen Schutz vor Anlagerisiken für die jeweiligen Volkswirtschaften bieten muß, wie sie in Deutschland, den Niederlanden und Dänemark geplant ist. Der andere Aspekt sei das Risiko für das gesamte Finanzsystem, das von den Fonds ausgeht. Der Beamte sagte, 80% der Hedgefonds operierten außerhalb Londons, und die Briten wollen keinerlei Beeinträchtigung ihrer Rolle als Weltfinanzzentrum, am wenigsten von den Deutschen, welche noch nicht mal einen erwähnenswerten Hedgefonds-Sektor besitzen. Freiwillig würden die Briten niemals einer Kontrolle zustimmen. Deutschland aber glaubt, daß die Vernunft in dieser Angelegenheit auf ihrer Seite liegt.

In Bezug auf das Schreiben des Repräsentanten Barney Frank an Bush zum G8-Treffen, in dem Frank eine Regulierung der Hedgefonds forderte, war der Beamte skeptisch, ob dies bereits eine Änderung der amerikanischen haltung signalisieren – was verständlich ist, denn auch die Wall Street ist auf Seiten der Briten.

Ein Ansatz ähnlich des von Lyndon LaRouche vorgeschlagenen ,Neuen Bretton Woods´ sei ein sehr ergeiziges Unternehmen, über das man noch lange reden werde, sagte der Beamte. Die Finanzmärkte, die ,big players´. würden diese Regulierung ablehnen. In jedem Fall würde ein Neues Bretton Woods neue Institutionen erfordern, denn weder der IWF noch die Weltbank könnten diese Funktionen wie im alten Bretton Woods glaubhaft übernehmen. Eine US-Regierung wäre, in der Lage eine neue Politik auf den Märkten voranzutreiben, aber das sei etwas, was er nicht so bald kommen sehe. Nichtsdestotrotz sei es zwingend notwendig, so der Beamte, die Diskussion über Transparenz und Verhaltensregeln aufrecht zu erhalten, und Deutschland werde eine solche Diskussion weiter befürworten.

Scroll to Top