Die Gefahr eines Atomkriegs dringt in die Mainstream-Medien vor

19.08.2026
Die Gefahr eines Atomkriegs dringt in die Mainstream-Medien vor fabian 19.08.2026

 Der Beitrag der ehemaligen Kongressabgeordneten Marjorie Taylor Greene aus Georgia vom 16. August, in dem sie alle dazu aufforderte, sich „laut und deutlich“ gegen den „Wahnsinn“ der Vertreter der Trump-Regierung auszusprechen, die „über den Einsatz von Atomwaffen gegen den Iran diskutieren“, verzeichnete nicht nur sechs Millionen Aufrufe innerhalb von 48 Stunden. Er sorgte auch international für Schlagzeilen und zwang die etablierten US-Medien, sich mit der Realität der sehr akuten Gefahr eines Atomkriegs auseinanderzusetzen. Unter anderem berichteten lokale Nachrichtensender von CBS und ABC in mehreren Städten der USA kurz über ihre Warnung, ebenso wie „USA Today“ mit seiner großen Auflage und seiner riesigen digitalen Leserschaft.

Auch andere Stimmen finden Gehör. So veröffentlichte Forbes am 16. August einen Artikel mit der Überschrift „Die Abschaffung von Atomwaffen kann einen Krieg verhindern, der Milliarden Menschen das Leben kostet, sagen Experten“. In dem Artikel werden die Ergebnisse der Atomkriegssimulation „Plan A“ vorgestellt, die 2017 vom Science and Global Security Program der Princeton University durchgeführt wurde. Der Autor Kevin Holden Platt interviewte Sharon Weiner, eine Professorin an der American University, die an dieser Princeton-Simulation beteiligt war. Diese kam – wie jede andere derartige Simulation auch – zu dem Schluss, dass eine anfängliche „Kaskade nuklearer Zusammenstöße“ eine „Kettenreaktion von Katastrophen auslösen würde, die die Erde überziehen und in den Himmel hinausreichen würde“.

Platt schreibt: „Viele Amerikaner haben möglicherweise kein gutes Gespür für das immense Ausmaß an Tod und Zerstörung, das sich über Nordamerika, Europa, Russland und angrenzende Teile der Welt ausbreiten würde, meint Weiner. Dies liege teilweise daran, dass die US-Regierung bei der Bewertung der Folgen eines Atomwaffeneinsatzes nur die unmittelbaren Auswirkungen auf militärische Ziele schätzt‘“, ohne dabei die Massensterben zu berücksichtigen, die aus den darauf folgenden, durch den „nuklearen Winter ausgelösten Hungersnöten“ resultieren würden.“ Professor Owen Brian Toon vom Labor für Atmosphären- und Weltraumphysik der University of Colorado in Boulder ist Mitautor einer „erschreckenden“ deutsch-amerikanischen Studie aus dem Jahr 2022 zu Hungersnöten („Globale Ernährungsunsicherheit und Hungersnöte aufgrund verminderter Ernteerträge, Meeresfischerei und Viehproduktion infolge von Klimastörungen durch den Eintrag von Ruß aus einem Atomkrieg“). Gegenüber Forbes beschrieb er das „alptraumhafte“ Massensterben, das daraus resultieren würde.

Weiner, die mit einigen anderen Experten des „Plan A“-Teams zusammen mit der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) arbeitet, setzt sich aktiv für die weltweite Ratifizierung des Vertrags über das Verbot von Atomwaffen (TPNW) ein.

Am 17. August veröffentlichte die „Asia Times“ eine Kolumne von John Burroughs. Burroughs ist leitender Analyst des in New York ansässigen Vereins „Rechtsanwälte für nukleare Politik“ (Lawyers Committee on Nuclear Policy) und prangerte darin den unmoralischen und, wie er argumentiert, illegalen Wahnsinn der „Illusion strategischer Stabilität in einer nuklearen Welt“ an. Denn „die Bereitschaft, anderen Gesellschaften massive Zerstörung zuzufügen“, könne keine Sicherheit bringen.

Burroughs, ein aktiver Befürworter des TPNW, den mittlerweile 100 Staaten unterzeichnet haben, argumentiert, dass gemäß dem Prinzip der individuellen Verantwortung für internationale Verbrechen, wie es im Nürnberger Prozess festgelegt wurde, alle Bürger auch die Verantwortung tragen, einen Atomkrieg zu verhindern. „Bürger handeln im Einklang mit diesem Prinzip, wenn sie Verantwortung für die Verhinderung eines Atomkriegs übernehmen. Das kann auf vielfältige Weise geschehen“, argumentiert er und nennt „gewaltfreie Proteste“ als Beispiel.

Quelle: eirna.de

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