Die wirklichen „Kosten“ des Irankriegs

05.05.2026
Die wirklichen „Kosten“ des Irankriegs klaus 05.05.2026

Der amtierende Rechnungsprüfer des Pentagons, Jay Hurst, teilte dem US-Kongreß am 29.4. mit, die ersten 60 Tage des Krieges gegen den Iran hätten die Amerikaner etwa 25 Mrd.$ gekostet. Doch diese schockierende Zahl umfaßt nur die Kosten der Operationen und Munition, z.B. sind Schäden an US-Stützpunkten ausdrücklich nicht eingeschlossen. Und die wahren Kosten für die Welt sind um ein Vielfaches höher.

Nach ersten Schätzungen verschiedener Institutionen liegen die tatsächlichen Kosten – unter Berücksichtigung der militärischen Ausgaben der USA und Israels, der Schäden an allen militärischen Einrichtungen und in Ländern der Region sowie der globalen Folgen der Sperrung der Straße von Hormus und der damit verbundenen Produktionsausfälle – im Bereich von 4 Billionen Dollar und steigen weiter an.

Doch selbst diese Zahl zeigt wahrscheinlich bei weitem nicht das wahre Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens. Es dauerte nur 60 Tage, Schulen, Wohnhäuser, Fabriken und Infrastruktur in Südwestasien zu zerstören – mit Tausenden Toten im Iran und darüber hinaus -, nun stellt sich die Frage: Wie viel Zeit und Geld wird es kosten, all das wieder aufzubauen? Ein Teil des Schadens ist wahrscheinlich irreversibel.

Hinzu kommt der Anstieg der Energiekosten, der mit der Sperrung der Straße von Hormus noch bevorsteht. Neben den Tausenden, die direkt infolge des Krieges ums Leben kamen, könnten als Folge von Gas- und Düngemittelknappheit und damit Nahrungsmittelmangel hunderte Millionen Menschen in Armut und Hunger geraten. In den Industrienationen wird dies zu Entbehrungen führen, aber in den Entwicklungsländern macht es den Unterschied zwischen Leben und Tod aus.

Wie wird sich das auf die relative potentielle Bevölkerungsdichte der Welt auswirken, den Maßstab für echten physischen wirtschaftlichen Fortschritt? Was sind die Folgen für die Fähigkeit, die Arbeitsproduktivkräfte pro Kopf und Quadratkilometer zu steigern, um so eine wachsende Bevölkerung bei steigendem Lebensstandard zu versorgen? Und wie hoch werden die Kosten in Form von nicht gelebten Leben sein?

Wenn man sich dieses Bild vor Augen führt, drängen sich zwei miteinander verbundene Dinge auf: Erstens entspricht ein solcher Zusammenbruch des globalen Systems in einen Modus der Entvölkerung genau der Absicht des imperialen Systems. Zweitens müssen die Nationen der Welt der Tatsache ins Auge sehen, daß einzelne Maßnahmen den Zusammenbruch zwar verzögern, aber nicht aufhalten können, solange nicht die gesamte Geopolitik und Kriegspolitik durch eine neue globale Architektur für Sicherheit und Entwicklung abgelöst wird, die den gemeinsamen Zielen der Menschheit dient.

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