Vertreter Rußlands, Chinas und Indiens kamen gestern in Neu-Delhi zusammen, um strategische Fragen zu erörtern. Dies teilte der Leiter der Asienabteilung des russischen Außenministeriums Konstantin Vnukov der indischen Zeitung Indian Express mit. Der Anlaß für die Gespräche ist die Tatsache, daß Rußland, China und Indien gemeinsam 40% der Weltbevölkerung stellen, über 20% der Fläche verfügen, aber nur für 10% des Welt-Bruttoinlandsproduktes aufkommen.
Vnukov sagte dem Express: "In Neu-Delhi fand ein Meinungsaustausch statt. Wir sprachen dabei darüber, als Troika zusammen zu arbeiten und gemeinsam über die Sicherheit und Stabilität in der Region als Ganzer zu beratschlagen." Man wolle als Troika nicht geopolitische Ziele verfolgen, sondern unter gemeinsamer Schirmherrschaft multilaterale Anstrengungen, die den Globus betreffen, unterstützen. Darüber hinaus konzentriere man sich auf Zentralasien und auch auf den Irak.
"Rußland, Indien und China sind die Motoren der Weltwirtschaft – natürlich gibt es da auch noch Brasilien", sagte er, und man wolle auch mehr mit Brasilien zusammenarbeiten. Die Diskussionen in Delhi betrafen allerdings Eurasien. Die Außenminister der Länder des Strategischen Dreiecks werden sich Mitte Mai im Ural treffen, um Probleme politischer, wirtschaftlicher und humanitärer Art zu lösen.
Rußland, Indien und China haben sich Ende der 90er Jahre zum "strategischen Dreieck" erklärt, um sich in der Wirtschafts- und Sicherheitspolitik enger abzustimmen. Vor allem soll verhindert werden, daß sich die britische Politik des permanenten Krieges und der Destabilisierung in der Region (Irak, Afghanistan, Tibet …) ausweitet und zu einem 3. Weltkrieg eskaliert.