Drei Billionen Euro für die Monatsmiete?

19.10.2011
Drei Billionen Euro für die Monatsmiete? klaus 19.10.2011

In einer Kolumne, in der historische Dokumente aus dem Frankfurter Stadtarchiv vorgestellt werden, berichtete heute der Lokalteil der FAZ über ein Haushaltsbuch aus dem Jahr 1923. In jener Zeit der Hyperinflation, versuchten viele Familien mit Hilfe eines Haushaltsbuches den Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben zu behalten. Im November 1923, als die Inflation ihren Höhepunkt erreichte, verzeichnet das vorgestellte Haushaltsbuch, es ist das eines städtischen Beamten, 13 Billionen Mark an Ausgaben. 150 Milliarden gehen beispielsweise in eine Straßenbahnfahrt, 300 Milliarden in eine Portion Wurst. Die Monatsmiete beträgt 3 Billionen Mark, 1,2 Billionen gehen an die Krankenkasse und 2,5 Billionen müssen als Steuern gezahlt werden. Der Artikel endet mit der lapidaren Bemerkung, daß der Wert seiner Ersparnisse nach Ende der Inflation von dem Beamten nicht aufgezeichnet wurde.

Jahrzehnte lang war in Deutschland der Schutz der Geldwertstabilität oberstes Gebot der Bundesbank. Mit den ständig wachsenden Rettungspaketen für Staaten, Banken und den Euro, wird dieses Gebot permanent verletzt. Mehrere Billionen an Dollar, Euro und Yen sind bereits den Banken und Finanzhäusern zur Verfügung gestellt worden und es reicht immer noch nicht. Jede Woche tun sich größere Löcher auf, während die Summen der Finanzwetten neue Höchststände erklimmen. Die Gefahr der Hyperinflation ist heute sehr real. Die Anfänge sind bereits bei Nahrungsmitteln und Energiepreisen festzustellen. Damit wir kein Déjà-vu erleben muß das Trennbankensystem in den nächsten Wochen eingeführt und der Wiederaufbau der Realwirtschaft weltweit in Angriff genommen werden. Einen unkontrollierten Zusammenbruch des Weltfinanzsystems würden Milliarden von Menschen nicht überleben.

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