E3-Außenminister verurteilen israelische Eskalation im Libanon

02.06.2026
E3-Außenminister verurteilen israelische Eskalation im Libanon klaus 02.06.2026

Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens verurteilten die neue Invasion Israels im Libanon – nicht aus Prinzip, sondern wegen der internationalen Empörung über die zivilen Opfer. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul verdeutlichte die Doppelzüngigkeit der Europäer, indem er Israels Recht auf Verteidigung gegen die Hisbollah betonte, dabei jedoch seine „Besorgnis“ über den Verlust von Menschenleben unter der Zivilbevölkerung zum Ausdruck brachte.

Wadephuls britische Amtskollegin Yvette Cooper forderte ebenfalls ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon. Auf der Online-Plattform X schrieb sie, die Eskalation habe Zivilisten getötet und vertrieben, die Infrastruktur zerstört und den Spielraum für Diplomatie eingeschränkt. Sie forderte zudem die Hisbollah-Miliz auf, ihre Angriffe auf Israel einzustellen und ihre Waffen abzugeben. Alle Seiten müssten den Waffenstillstand respektieren und ernsthafte Verhandlungen aufnehmen.

Schärfere Kritik an Israels Vorgehen kam aus Frankreich, das eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt hatte, die heute spät am Abend stattfand. „Nichts rechtfertigt die derzeitige massive Eskalation im Südlibanon“, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron. Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte gegenüber dem Fernsehsender BFMTV, Frankreich erkenne Israels Recht auf Selbstverteidigung gegen Hisbollah-Angriffe an, doch nichts könne die Verlängerung der israelischen Militäroperationen im Libanon und die Besetzung von Gebieten, die immer tiefer in libanesisches Territorium vordringen, rechtfertigen.

Aber von konkreten Schritten gegen Israel sehen die Europäer ab, obwohl die Vereinten Nationen über die Instrumente verfügen, um eine militärische Intervention zur Durchsetzung eines Waffenstillstands zu beschließen. Ihre Erklärungen sind daher zahnlos und ändern nichts an der Lage.

Heute sagten zwei hohe Beamten aus Norwegen und Deutschland, die beabsichtigt hatten, „Solidarität“ mit den Libanesen zu zeigen, in letzter Minute eine Reise nach Beirut ab. Das von Israel ins Visier genommene Beirut sei zu gefährlich, um dorthin zu fliegen.

Quelle: eirna.de

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