In seiner neuesten Ausgabe (2/2009) wirbt der Economist, Sprachrohr der Londoner City, in seiner Titelgeschichte offen für einen neuen Hundertjährigen Krieg im Nahen Osten. Ausgangspunkt dabei, ist die israelische
Invasion des Gazastreifens. Der anonyme, undatierte Leitartikel erscheint unter der Überschrift: „Der Hundertjährige Krieg – Wie eine zunehmende Verweigerungshaltung, der Aufstieg der Religion, eine neue Militärdoktrin und ein neuer kalter Krieg den Frieden in Schach hält." Der Artikel prophezeit, daß
unabhängig davon, ob sich die israelischen Kräfte aus dem Gazastreifen zurückziehen oder nicht, die Flammen für ein weiteres Jahrhundert fortwährender Konflikte in der Region geschürt wurden.
Mit hämischem Unterton stellt das britische Nachrichtenblatt die letzten hundert Jahre des jüdisch-arabischen Konfliktes dar, ohne auch nur auf die britische Sykes-Picot-Strategie hinzuweisen, die durch das ewige imperiale „Teile und Herrsche" eine Lösung der Krise in der Region verhindert. Der Artikel verteidigt die Teilung von 1948, welche dem Ende des britischen Mandats über Palästina folgte. Dann wirbt der Leitartikel für die Idee einer kürzlich entstandenen neuen
Bruchlinie in der Region, mit Israel und den moderaten arabischen Staaten (einschließlich der palästinensischen Autonomiebehörde) auf der einen Seite und dem Iran und seinen beiden wichtigsten Hilfstruppen, der Hamas und der Hisbollah,
auf der anderen. In dieser neuen Situation würde die Europäische Union Hauptunterstützer der Palästinenser und die Vereinigten Staaten der treuste Verbündete Israels bleiben. Zwar sei der EU durch die eigenen Anti-Terror-Gesetze der Umgang mit der Hamas verboten, sie würde aber einen Weg finden, mit dieser Gruppe zusammenzuarbeiten und dies könne dann zu schweren Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa führen.
All das, schließt der Economist, bereite dem neuen amerikanischen Präsidenten Barack Obama massive Kopfschmerzen – offensichtlich etwas, was sehr gut in
Londons gegenwärtige, strategische Pläne paßt. Freilich spricht die Tatsache, daß die führende Stimme der anglo-holländischen Oligarchie auf ihrer Titelseite der letzten Ausgabe vor der Amtseinführung Obamas einen neuen Hundertjährigen Krieg
bringt, Bände über die Pläne der Oligarchie – und das nicht nur für
Südwestasien. Lyndon LaRouche warnt schon seit einiger Zeit, daß die britische Oligarchie versessen darauf sei, mit einem globalen Flächenbrand die Weltbevölkerung auf unter zwei Milliarden Menschen zu bringen. Deshalb könnten die Ereignisse im Gazastreifen nur im größeren Zusammenhang von Londons
Streben nach einem asymmetrischen 3. Weltkrieg verstanden werden.
Die Tatsache, daß Londons wichtigster Mann in der
Bush-Regierung, Vizepräsident Dick Cheney, gelobt hat bis zum 20. Januar weiterzuarbeiten, deutet darauf hin, daß die nächste Woche für die Welt besonders gefährlich sein wird. Und Londons offene Prahlerei über den Ausbruch eines neuen
Hundertjährigen Krieges ist eine Bestätigung dieser Gefahr.