Ecuador erklärt Schuldenmoratorium

14.12.2008
Ecuador erklärt Schuldenmoratorium admin 14.12.2008

Der Präsident Ecuadors, Rafael Correa, erklärte am Freitag
(12. Dezember), daß seine Regierung die Bedienung von 3,8 Mrd. Dollar in Auslandsschuldverschreibungen
mit sofortiger Wirkung einstellen werde. Eine im Juli 2007 eingerichtete „Kommission
zur Überprüfung der öffentlichen Schulden" (CAIC) hatte vor kurzem in ihrem
Abschlußbericht festgestellt, daß die Auslandsschulden Ecuadors in keinerlei
Weise gerechtfertigt seien. Daraufhin hatte Präsident Correa bereits am 20.
November seine Absicht verkündigt, diese Schulden nicht mehr zu honorieren, da
sie „illegitim, korrupt und illegal" seien.

Wie die in CAIC zusammengebrachten international anerkannten
Wirtschafts- und Rechtsexperten feststellten, wurden die Außenhandelsschulden
Ecuadors zwischen 1976 und 2006 zu einem illegitimen und illegalen
Ausbeutungsmechanismus benutzt. So wuchsen die Auslandsschulden in den 30
Jahren von 16 Millionen auf 4,2 Milliarden Dollar, obwohl das Land insgesamt
7,1 Milliarden Dollar an Rückzahlungen und Zinsen geleistet hat.

Das ist die berüchtigte Banker-Arithmetik: 0,016 – 7,1 = 4,2
!

Wie der Bericht beispielhaft belegt, hatte Ecuador die
Anfangsschulden zu 6 Prozent Zinsen aufgenommen. Als unter FED-Chef Paul
Volcker 1981 die Zinsen auf  bis zu 21
Prozent stiegen, mußte das Land die Zahlungsunfähigkeit erklären. Die folgenden
Umschuldungsmaßnahmen haben dann zu dem Ausbeutungsmechanismus geführt. Wären
die Schuldzinsen bei 6 Prozent verblieben, hätte man die öffentlichen Auslandschulden
spätestens 1995 beglichen. Seit diesem Zeitpunkt flossen aber zusätzliche 5,4
Milliarden Dollar an die Gläubiger.  

Ecuador ist nach Argentinien das zweite iberoamerikanische
Land, das sich der finanziellen Ausblutung entgegenstellt. Die jetzt
beschlossenen Maßnahmen betreffen etwa 39 Prozent der Auslandsverschuldung der
öffentlichen Hand Ecuadors.

Schon 1982 hatte Lyndon LaRouche in seiner Denkschrift [url:“http://www.schiller-institut.de/seiten/wirtschaft/juarez.htm]„Operation Juarez"[/url] eine gemeinsame Neuverhandlung der Schulden aller lateinamerikanischen Staaten vorgeschlagen. Hätte man damals auf ihn gehört, wäre nicht nur diesen Ländern viel Leid erspart geblieben, sondern auch die jetzige
Zusammenbruchskrise des Weltfinanzsystem hätte vermieden werden können.

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