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Ende 2015 erreichen Chinas Hochgeschwindigkeitsbahnen alle großen Städte

Die staatliche chinesische Bahngesellschaft [i]CRC[/i] berichtet, daß das landesweite Netz der Hochgeschwindigkeitsbahnen bis zum Jahresende um weitere 2000 km auf 18.000 km erweitert sein wird. Alle Großstädte mit mehr als einer halben Million Einwohnern werden daran angeschlossen sein.

Die Zahlen sind in jeder Hinsicht beeindruckend. So wurde dieses ganze Netz innerhalb von acht Jahren gebaut. Mehr noch, im nächsten Fünfjahresplan der Regierung bis 2020 sind weitere 32.000 km, also insgesamt ein Netz von 50.000 km Schnellbahnen vorgesehen. Chinas Investitionen in den Bau von Hochgeschindigkeitsstrecken belaufen sich auf 130 - 140 Mrd. Dollar im Jahr und bilden damit den wichtigsten Motor für die Industrie, deren Wachstum sonst deutlich nachgelassen hat.

Im aktuellen Bericht von [i]CRC[/i] wird zudem sehr viel Wert auf eine deutliche Erhöhung der Geschwindigkeit gelegt: Die Züge sollen bis zu 500 km/h fahren, und das bei geringerem Stromverbrauch. Dies sollen Synchronmotoren mit Magneten ermöglichen – nicht zu verwechseln mit der Magnetbahn –, die von verschiedenen Eisenbahnbauern, allen voran [i]Toshiba[/i], eingeführt werden.

China möchte seine Bahntechnik auch exportieren, insbesondere im Rahmen der Seidenstraßenprogramms „Ein Gürtel, eine Straße“. Ein Schlüsselprojekt für Eurasien ist die vorgeschlagene Strecke von Beijing nach Moskau durch Kasachstan. Die 7000 km lange Linie würde die Fahrzeit von jetzt sechs Tagen auf nur noch dreiunddreißig Stunden verkürzen. Alexander Mischarin, Vizepräsident der [i]Russischen Eisenbahnen[/i], rechnete mit einer Bauzeit von 8-10 Jahren und verglich das Vorhaben in Bezug auf Umfang und Bedeutung mit dem Suezkanal.

In Afrika sollen laut einer Absichtserklärung Chinas und der Afrikanischen Union vom Januar alle Hauptstädte nicht nur per Bahn, sondern auch Straße und Flugzeug verbunden werden. Wichtige Punkte sind dabei Addis Abeba (Äthiopien) und Nairobi (Kenia) im Osten, Johannesburg (Südafrika) im Süden und Abuja (Nigeria) im Westen. Derzeit wird in Kenia in Ostafrika eine 472 km lange Strecke von Nairobi zur Hafenstadt Mombasa gebaut, mit der sich die Fahrzeit von fünfzehn auf viereinhalb Stunden verkürzt.

Über verschiedene Projekte wird auch in Südamerika verhandelt, und sogar in den USA, wo bisher noch keine Hochgeschwindigkeitsbahn existiert.

Und die Nachrichtenagentur [i][url:"http://www.macauhub.com.mo/en/2015/11/02/global-track-china-sees-its-rai..."]Macauhub[/url][/i] meldete am 2. November: „Zum ersten Mal baut China jetzt auch Eisenbahnen in Europa, das die Technik vor zweihundert Jahren erfunden hat. Das hat eine reichhaltige historische Bedeutung, es ist ein Zeichen, wie das Zentrum der Weltwirtschaft sich vom Westen nach dem Osten verlagert.“

Sie bezieht sich dabei auf eine Vereinbarung Chinas mit Serbien und Ungarn vom Dezember 2014 über den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn von Belgrad nach Budapest. Diese soll 2017 ihren Betrieb aufnehmen und die Fahrzeit auf der 370 Kilometer langen Strecke von jetzt acht auf zwei Stunden verkürzen.

China bietet auch in Englands HS2-Projekt mit, um die Hochgeschwindigkeitsverbindung von Birmingham nach Leeds und Manchester zu bauen. „Dieses Angebot ist symbolträchtig – die weltweit jüngste Eisenbahnmacht verkauft seine Technologie und Expertise an die älteste.“