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Entwicklung der Arktis - Herausforderung für die Zukunft der Menschheit

In seiner Rede vor der Plenarsitzung des Fünften Internationalen Arktisforums („Die Arktis: Territorium des Dialogs“) sprach der russische Präsident Wladimir Putin über langfristige Pläne für die Erschließung der russischen Arktis bis 2035. Schon heute entfielen über 10% aller Investitionen in der Russischen Föderation auf die Arktis.

Dabei lege man großen Wert auf den Ausbau der Verkehrswege und verwandter Infrastruktur, da dies für alle zukünftigen Investitions- und Geschäftsinitiativen entscheidend sei. Derzeit werde ein Bundesgesetz über ein besonderes Präferenzsystem für Investoren in der Arktis ausgearbeitet wird. Die Befugnisse des Ministeriums für die Entwicklung des russischen Fernen Ostens wurden erweitert, und es laufen Pläne für den Ausbau der Arbeit der fernöstlichen Entwicklungsinstitutionen. Es werde auch notwendig sein, eine leistungsfähige Forschungs-, Personal- und technologische Grundlage für die umfassende Entwicklung der Region zu schaffen, sagte Putin.

Darüber hinaus werden in verschiedenen russischen Regionen Wissenschafts- und Bildungszentren eingerichtet, um die Kapazitäten von Universitäten, Forschungseinrichtungen, der Wirtschaft und der „Realwirtschaft“ zu bündeln. Eine der arktischen Regionen werde über ein solches Zentrum verfügen, um die Entwicklung der Grundlagenforschung zu gewährleisten und „die angewandten und praktischen Aufgaben der Entwicklung der Arktis zu bewältigen“.

Putin wies auf mehrere Projekte hin, deren Entwicklung eine Priorität darstellt. Dazu gehört der Bau der Polarkreisbahn, die Westsibirien mit Häfen am Arktischen Ozean verbinden wird. Auch der Ausbau des globalen Verkehrskorridors, zu dem auch der Nördliche Seeweg gehört, wird fortgesetzt werden, damit er letztendlich ganzjährig genutzt werden kann.

Die Steigerung des Güteraufkommens um bis zu 80 Millionen Tonnen bis 2025 ist ebenfalls ein wichtiges Ziel. Noch vor 10 oder 15 Jahren, sagte Putin, wäre dieses Ziel unmöglich gewesen, aber heute sei es machbar. 2018 erreichte das Verkehrsaufkommen auf dem Nördliche Seeweg 20 Millionen Tonnen - dreimal so viel wie der Rekord der UdSSR aus dem Jahr 1987. Die Kommunikations- und Küsteninfrastruktur, u.a. Hafenanlagen, Navigations- und meteorologische Unterstützung, werde ebenfalls ausgebaut, um sicherzustellen, daß der Korridor mit voller Kapazität betrieben werden kann, betonte Putin.

Der russische Präsident betonte auch, daß ausländische Partner ermutigt werden, sich am Bau von Umschlags-Häfen an den Endpunkten der Route zu beteiligen, wie beispielsweise am Verkehrsknotenpunkt Murmansk und an der Hafeninfrastruktur in Petropawlowsk-Kamtschatskij. Darüber hinaus werden die Häfen an der arktischen Küste und die Möglichkeiten des Fluß-See-Verkehrs verbessert.

Eine englische Übersetzung von Putins Rede und einigen Fragen und Antworten finden Sie hier.