Erdbebenvorhersagen sind möglich

05.04.2011
Erdbebenvorhersagen sind möglich admin 05.04.2011

Trotz der Behauptungen einer selbsternannten, anti-wissenschaftlichen Priesterkaste, die Menschheit sei der Natur hilflos ausgeliefert,  können Erdbeben sehr wohl mit einer entsprechenden Methodik vorhergesagt werden. [url:“http://www.larouchepac.com/node/17886]Zu
neuesten Erkenntnissen der Erdbebenvorhersage siehe die Arbeit des
LPAC-Basement-Teams, u.a. das Video: Japan Quake forecasted?
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Interessanterweise gab es bereits 1975 in China genügend Informationen, um ein 7,3 starkes Erdbeben am 4. Februar 1975 in Haicheng vorhersagen und Evakuierungsmaßnahmen treffen zu können. Ohne diese Vorkehrungen hätten mit Sicherheit mehr als 150.000 Menschen ihr Leben verloren. Die internationale "Haicheng Eartquake Study Delegation", die damals auf amerikanische Initiative zustande kam, besuchte 1976 die Erdbebenzone und erklärte, hier sei "zum ersten Mal in der Welt ein großes Erdbeben zutreffend vorausgesagt worden".

Die anomalen Anzeichen vor dem Erdbeben waren sowohl mikroskopischer wie makroskopischer Art. Das damalige Vorgehen zeigt, wie wichtig es ist, verschiedenste Messungen und Beobachtungen zu "triangulieren", um Erfolg zu haben, da Erdbeben mit verschiedenen Charakteristika einhergehen. Die mikroskopischen Anomalien wurden mit, für damalige Zeiten modernen Instrumenten entdeckt. Veränderungen der Seismizität, geodätische Deformation, Chemie des Wassers, des geomagnetischen Feldes, Veränderungen  tellurischen Ströme, Krustenspannung, all das wurde aufgezeichnet. Die makroskopischen Anomalien zeigten Veränderungen im Verhalten von Tieren (einschließlich von Schlangen und Mäusen, die an die Oberfläche kamen, anscheinend um Gasen zu entkommen, die sich in der Erde bildeten), Grundwasserveränderungen (Höhe, Fließverhalten, Farb- und Geruch) sowie ungewöhnliche Licht- und akustische Phänomene.

2006 berichtete das Bulletin der Seismologischen Gesellschaft Amerikas wieder über die Erfahrungen von Haicheng. In einem weiten Gebiet um die zukünftige Erdbebengegend von Haicheng habe es in den 1960er Jahren leichtere Beben gegeben. Damals hatte die Regierung eine Kampagne in Gang gesetzt, um besser auf Erdbebenanzeichen achtzugeben, striktere Baustandards anzulegen und Überwachungsysteme auszubauen.

Bei einer nationalen Konferenz im Juni 1974 wurde eine "mittelfristige Voraussage", über ein kommendes Erdbeben abgegeben, das in ein bis zwei Jahren erwartet wurde. Tatsächlich fand das Erdbeben am 4. Februar 1975 statt. Eine kurzfristige Vorhersage (weniger als sechs Monate) erfolgte bei einer anderen nationalen Konferenz Mitte Januar 1975. Der erste Vorbeben (das nicht immer stattfindet) wurde am 1. Februar 1975 um 1.35 morgens aufgezeichnet und eine unmittelbare Warnung ging um 12.30 Uhr mittags am 4. Februar heraus.

Auch wenn das Epizentrum des Erdbebens etwa 200 km von dem vorausgesagten in Nordchina lag, retteten die genauen Beobachtungen, Warnungen und Evakuierungen viele Menschenleben. Etwa 2000 Menschen fielen dem Erdbeben zum Opfer und fast 28.000 Menschen wurden verletzt. Und das in einer Stadt mit einer Million Einwohner und einer Region, in der drei Millionen Menschen lebten. Mehr als 90% der Baustrukturen wurden beschädigt. Wären keine Evakuierungen vorgenommen worden, so die Schätzungen, hätte man mehr als 150.000 Menschenleben beklagen müssen.

Das Haicheng-Erdbeben ereignete sich gegen Ende der Chinesischen Kulturrevolution. Zunächst waren die Berichte über Vorhersagekapazitäten vielleicht etwas übertrieben worden. Aber als die internationale wissenschaftliche Delegation schließlich das Gebiet 1976 besuchte, war davon schon nicht mehr die Rede. Die 2006 erschienene Studie der Seismologischen Gesellschaft konnte schließlich auch auf bis dahin klassifizierte Dokumente zurückgreifen, die das Ausmaß der Vorhersagen und der Evakuierungsmaßnahmen bestätigten. Qi-Fu Chen, Forschungsprofessor bei der Chinesischen Erdbebenveraltung in Peking bezeichnet das Haicheng-Erdbeben als "nützlichen Bezugspunkt". Es werde daran deutlich, daß es nicht unmöglich ist, Erdbeben vorherzusagen und, welche Bedeutung der intensiven Forschung zukommt, um diese Herausforderung meistern zu können.

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