Die Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Budapest–Belgrad ist nun fertiggestellt. Die 2,9 Milliarden Dollar teure Bahnstrecke ist ein Vorzeigeprojekt der chinesischen Belt and Road Initiative (BRI) auf dem Balkan. Sie stellt einen echten Erfolg für die BRI in Osteuropa dar. Die in Zusammenarbeit mit China Railway International und China Communication Construction Company erbaute Strecke ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 220 km/h und verkürzt die Reisezeit von acht Stunden, die aufgrund des maroden Zustands der alten Strecke benötigt wurden, auf etwas mehr als zwei Stunden. Das Projekt wurde 2017 begonnen.
Die erste Hälfte des serbischen Abschnitts ist seit 2022 voll in Betrieb, die zweite wurde im Oktober 2025 für den Personenverkehr freigegeben.
Die ungarischen Abschnitte sollen laut dem ungarischen Minister für Bauwesen und Verkehr, János Lázár, am 27. Februar 2026 mit 100-prozentiger Kapazität für den Güterverkehr freigegeben werden. Derzeit werden die letzten Tests durchgeführt. Der Personenverkehr soll am 15. März, also zwei Wochen nach dem Güterverkehr, aufgenommen werden.
Obwohl der ungarische Abschnitt viel kürzer ist als der serbische, verzögerte sich der Bau. Die Europäische Kommission machte geltend, dass das Ausschreibungsverfahren nicht mit dem EU-Vergaberecht vereinbar sei, so dass eine Finanzierung durch die Europäische Union nicht möglich wäre. Während 85 % der Finanzierung des Projekts von der chinesischen Exim Bank bereitgestellt werden sollten, konnte die EU andere Mittel zurückhalten, wenn Ungarn die Vorschriften nicht einhielt. Dieses Problem wurde zwar schließlich gelöst, führte jedoch zu einer Verzögerung des Projektsbeginns bis 2021. Der antichinesische Charakter der Maßnahme der Europäischen Kommission blieb nicht unbemerkt.
Die Eisenbahnstrecke Budapest–Belgrad ist ein wichtiges Verbindungsstück nach Skopje in Nordmazedonien und zu den griechischen Häfen Thessaloniki und Piräus. Sie wird den osteuropäischen Binnenländern nun Zugang zum östlichen Mittelmeer und darüber hinaus verschaffen. Der Hafen von Piräus wurde erheblich erweitert und wird von der chinesischen COSCO im Rahmen eines langfristigen Pachtvertrags mit der griechischen Regierung betrieben. Die Strecke zwischen Belgrad und Thessaloniki befindet sich noch in verschiedenen Phasen des Umbaus und der Entwicklung und ist nur mit geringerer Geschwindigkeit befahrbar.
Dieser Korridor wurde im Sonderbericht „Es gibt ein Leben nach dem Euro: Programm für ein Wirtschaftswunder in Südeuropa, im Mittelmeerraum und in Afrika“ vorgestellt, der 2012 von der Nachrichtenagentur EIR auf dem Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise veröffentlicht wurde. Im Januar2013 veröffentlichte die BüSo dazu diese Broschüre.
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