In Ontario, einem
östlichen Vorort von Los Angeles, Kalifornien, ist die erste "Zeltstadt"
entstanden. Seit dem 20. Juli 2007 sammeln sich wegen der
Immobilienkrise dort provisorisch aufgestellte Zelte als Unterkunft für
mittlerweile 200 Menschen, viele von ihnen Kinder. Ontario liegt im Kreis San
Bernadino, wo durchschnittlich eine Zwangsvollstreckung auf 43 Haushalte
kommt. Im November 2007 stürzte der Absatz neuer und
gebrauchter Häuser in San Bernadino und umliegenden Kreisen auf 42% der
Marke vom November des vorherigen Jahres ab.
Die wahnsinnige und
weltfremde Wirtschaftspolitik der Bush/Cheney-Regierung hat ein "Bush-Dorf"
direkt im Zentrum "Gouvernator" Arnold Schwarzeneggers Bundesstaat
erschaffen, ganz in der Tradition der sog. Hoover-Dörfer 1929-1932. Diese
Dörfer, die aus Notunterkünften bestanden, waren Ergebnis einer ähnlichen
Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Herbert Hoover während der großen
Depression.
Ontario in Kalifornien
ist kein Elendsviertel, im Gegenteil gehörte es einst zu den wirtschaftlich
prosperierendsten Vororten Südkaliforniens. Die Nachrichtenagentur Reuters ließ
einen Einwohner der "Zeltstadt" Ontarios repräsentativ zu Wort kommen: Steve
ist 50 Jahre alt und möchte seinen
Nachnamen nicht bekannt geben. Er zog vor vier Monaten in die "Zeltstadt." Er
bekommt Sozialhilfe, kann aber nicht arbeiten. "Die Mieten sind unerschwinglich
geworden", sagt Steve. "Wäre ich nicht hier untergekommen, wüßte ich nicht, wo
ich sonst hingehen könnte."
Bisher wird von
offizieller Seite behauptet, es seien keine Opfer der jetzigen Immobilienkrise, die in der "Zeltstadt" leben. Gemeinnützige Einrichtungen vor Ort
stellen sich aber auf eine stärkere Welle von hinausgeworfenen Hausbesitzern
ein, da die Zwangsvollstreckungen zunehmen.