Erzbischof Gallagher nach Moskau-Besuch: „Diplomatie des Friedens verfolgen“

31.08.2026
Erzbischof Gallagher nach Moskau-Besuch: „Diplomatie des Friedens verfolgen“ klaus 31.08.2026

Erzbischof Paul Richard Gallagher, der „Außenminister“ des Vatikans, hielt sich vom 24. bis 28. August 2026 in Moskau auf. Sein Besuch ist der erste eines hochrangigen päpstlichen Diplomaten in Russland seit Beginn der Militäraktion gegen die Ukraine im Februar 2022.

Der Heilige Stuhl unterhält bereits seit einiger Zeit diplomatische Kontakte zu Russland im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt, vor allem durch Kardinal Matteo Zuppi, Vorsitzender der Italienischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Bologna. Er besuchte Moskau im Juni 2023 und im Oktober 2024 und traf sich unter anderem mit Außenminister Lawrow, um vor allem humanitäre Anliegen zu erörtern, wie Besuche bei Kriegsgefangenen und Zusammenführung von Kindern mit ihren Familien. Im Juli 2026 war er auch in der Ukraine.

Gallagher traf am 25. August Lawrow, Präsident Putins außenpolitischen Berater Juri Uschakow und den Leiter der Abteilung für Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats, Metropolit Antonij von Wolokolamsk.

In einer Pressekonferenz mit Lawrow sagte Gallagher: „Dieser Krieg muss enden“; er beklagte, dass „sich der Konflikt weiter ausweitet“ und „die Zahl der Opfer weiter steigt“, berichtete das Nachrichtenportal Aleteia. Beide Konfliktparteien hätten über Monate ihre Fernangriffe intensiviert. „Je länger der Konflikt andauert, desto schwieriger wird es, eine angemessene Lösung zu finden“, betonte er.

In einem Interview mit Vatican News bemerkte Gallagher: „Ja, es ist kein einfacher Dialog, denn je länger der Krieg andauert, desto schwieriger wird es, die Beziehungen wieder aufzunehmen: Es gibt so viele Opfer, so viele offene Wunden. Aber wir wissen sehr gut, dass historisch gesehen alle Konflikte, alle Kriege mit Verhandlungen und einem Abkommen enden und dass dann damit begonnen wird, die Beziehungen zwischen den ehemaligen Kriegsparteien wiederherzustellen. In diesem Sinne bietet und verspricht die Diplomatie eine mögliche Lösung.“

Der Erzbischof erläuterte: „Der Heilige Stuhl geht nicht auf Einzelheiten der Verhandlungen ein und schlägt auch keine technischen Lösungen vor, da dies in der direkten Verantwortung der kriegführenden Parteien liegt. Der Heilige Stuhl erinnert hingegen an diese Verantwortung und ruft dazu auf, guten Willen zu zeigen, um ernsthaft einen Dialog in Gang zu bringen. Dabei wendet er sich sowohl an die Russische Föderation als auch an die Ukraine und an andere Länder und fordert, dass keine Mühen gescheut werden, um Raum für den Dialog zu schaffen.“ Der Vatikan habe seine guten Dienste zur Förderung eines Dialogs zwischen Russland und der Ukraine angeboten, doch das sei bislang noch nicht angenommen worden.

Voraussichtlich im September wird Kardinal Zuppi erneut Moskau besuchen.

Quelle: eirna.de

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